Erdkampf

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Demokratie ist eine feine Sache. Keine Sache ist zu bizarr, als dass man sie nicht erörtern könnte. Diese Woche beispielsweise befasste sich das Parlament mit der Fragestellung, ob ein neuer Kampfjet in der Lage sein müsse, Ziele am Boden anzuvisieren und zu zerstören, oder ob es ausreiche, den BöFei vom Himmel zu holen. Der gesammelte demokratische Sachverstand zu Bern hat sich gegen den so genannten Erdkampf entschieden, da nach der Meinung der Mehrheit mit einem Überfall durch ein österreichisches Panzerheer auf absehbare Zeit eher nicht zu rechnen sei und die Feuerkraft der liechtensteinischen Artillerie gegen null tendiere. Man kann da geteilter Meinung sein. Beängstigend aber ist, dass in der Beratung des Geschäfts niemand an die Möglichkeit einer Invasion auf dem Wasserweg gedacht hat. Die Fähigkeit zum Schiffeversenken wurde nicht einmal ansatzweise diskutiert. Der Gripen hätte das gekonnt. Doch für unser Parlament ist der gepflegte Seekrieg – ganz amtlich – noch nicht einmal mehr eine Option. (pho)