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Eritreer weinen um die Brandopfer in Solothurn: «Bei uns trauern wir einen Monat lang»

Gross ist die Trauer bei der eritreischen Gemeinschaft in der Region um die Todesopfer aus ihrem Kreis. Gegen die hundert äussern ihr Leid derzeit im Kloster Nominis Jesu in Solothurn. Noch bis am Sonntag werden Trauernde erwartet.
CH Media

Schreie. Die Frauen mit weissen Schleiern halten ihr Leid nicht zurück. Eine solche Trauerfeier hat die ehrwürdige Klosterkirche wohl noch nie gesehen. Es ist keine Zeremonie im eigentlichen Sinn, sondern ein Zusammenstehen, ein gemeinsames Angehen der Traurigkeit, von der alle sichtlich ergriffen sind. Eine Frau lächelt freundlich, reicht auf einer Platte geschnittenes Brot. Jeder, der sich ihnen anschliesst, ist hier willkommen.

«In Eritrea trauern wir in solchen Fällen einen Monat lang», erklären Drar Adresom, ein Cousin der Verstorbenen, und Menakebahem Eynon, ein Freund der Familie. «Wir sind sehr traurig», meint er, «und eines der Kinder überlebt wohl nicht, es zu 90 Prozent tot.» Er stockt. «Nein, wir haben keine Informationen dazu.» Was die Beiden nicht wissen: In diesem Moment wird offiziell das siebte Todesopfer des nächtlichen Dramas an der Wengistrasse 40 bestätigt. Das Kind im Schulalter.

«Sie sind sehr emotional»

Gastgeberin für die eritreische Gemeinschaft von orthodoxen Christen, mehrheitlich aus der Region Solothurn, ist Schwester Priska, Mutter Oberin, des Klosters Nominis Jesu. «Sie sind sehr emotional. Aber sie können gerne hier sein. Sie sollen ihr Leid ausleben können», zeigt die Ordensfrau viel Verständnis für die Trauernden. Die Ordensgemeinschaft selbst trauert auch: Am Samstag wird der Abschied von einer verstorbenen Schwester begangen. «Darum können wir die Klosterkirche nur bis am Freitag zur Verfügung stellen.»

«Sollen für sich sein können»

Für Ersatz ist gesorgt: «Ab 9 Uhr am Donnerstag können die Trauernden unser Kirchgemeindehaus an der Areggerstrasse bis am Sonntagabend benützen», gewährt auch der refomierte Stadtpfarrer Koen De Bruyker Gastrecht, nachdem dieses im ursprünglich avisierten Kapuzinerkloster wegen einer Adventsausstellung nicht möglich gewesen war. «Sie sollen unter sich sein können», meint der Pfarrer. Und Menakebahem Eynom ist sicher: «Eine werden wieder gehen, aber sehr viele von uns noch kommen.»

Die Stadt Solothurn beschliesst am Donnerstagnachmittag, wann und wo ihre offizelle Gedenkfeuer für die Betroffenen und die Bevöllerung stattfinden soll.

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