Erster Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das sagen die Schweizer Schweineproduzenten dazu

Erstmals ist in Deutschland ein Fall von Afrikanischer Schweinepest aufgetreten. Die Krankheit ist für die Menschen ungefährlich, für Schweine aber meist tödlich und sehr ansteckend – und dadurch ein grosses Problem für die Schweinebauern.

Maja Briner
Drucken
Teilen
Bei Schweinen verläuft die Krankheit oft tödlich. Im Bild ein gesundes Bio-Säuli.

Bei Schweinen verläuft die Krankheit oft tödlich. Im Bild ein gesundes Bio-Säuli.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Bei einem toten Wildschwein im Norden Deutschlands ist die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden, wie deutsche Medien am Donnerstag berichteten. Das Tier war im Bundesland Brandenburg in der Nähe der polnischen Grenze gefunden worden. Es ist der erste Fall der Viruskrankheit in Deutschland.

Die Schweiz blieb bisher verschont. Das zuständige Bundesamt für Lebensmittel und Veterinärwesen (BLV) warnt jedoch seit Längerem: «Das Risiko, dass die Krankheit in die Schweiz eingeschleppt wird, ist hoch.» Laut dem BLV sind insbesondere Osteuropa und Russland betroffen. Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich; für Schweineproduzenten aber ist es ein grosses Problem.

Verheerend für Schweinebauern

Dass es nun im Nachbarland Deutschland zum ersten Fall kam, will der Verband der Schweizerischer Schweinezucht- und Schweineproduzenten Suisseporcs nicht überbewerten. Der stellvertretende Geschäftsführer Adrian Schütz verweist darauf, dass der Fall nahe der polnischen Grenze im Norden Deutschlands auftrat. «Die Situation ist für uns unverändert», sagt Schütz. Nach wie vor bestehe die Gefahr, dass das Virus durch den Menschen über Schweinefleischimporte in die Schweiz eingeschleppt werde. Wildschweine können das Virus derzeit hingegen nicht in die Schweiz bringen – zu weit ist der Weg.

Eine Gefahr ist die Krankheit nur für die Tiere. «Das Virus ist für die Menschen ungefährlich», betont Schütz, «auch der Verzehr von Fleischprodukten ist ungefährlich.» Für Schweinebauern kann ein Ausbruch aber verheerend sein: Ist ein Tier angesteckt, müssen alle Schweine des Betriebs getötet werden.

«Für die Produzenten geht es um die Existenz», sagt Schütz.

Bitte keine Salami in den Wald werfen!

Auch das zuständige Bundesamt erklärt, der erste Fall in Deutschland ändere nichts am Risiko für die Schweiz. Als Reaktion auf die Afrikanische Schweinepest hat das BLV seit Längerem den Import von Schweinefleisch und -produkten aus bestimmten Regionen eingeschränkt. Diese Beschränkungen würden nun auf die betroffene Region Deutschlands ausgeweitet, erklärt die Behörde.

Sie appelliert zudem an die Mithilfe aller: Wichtig sei, dass insbesondere Reisende, Jagdtouristen oder auch ausländische Saisonmitarbeitende keine Schweinefleischprodukte aus betroffenen Gebieten mitbrächten. Ein Sprecher erklärt:

«Ebenfalls müssen alle darauf achten, keine Fleischprodukte wie etwa Wurstwaren im Wald zu entsorgen.»

Denn über diesen Weg könnten sich Wildschweine potenziell anstecken.

Um die Einschleppung zu verhindern, sind auch die Schweineproduzenten gefragt. Sie müssen zum Beispiel dafür schauen, dass Mitarbeitende und Besucher aus betroffenen Gebieten in Osteuropa nicht gleich nach der Einreise in den Stall laufen, da die Krankheit über Kleider übertragen werden kann, wie Adrian Schütz von Suisseporcs erklärt. Er rät auch dazu, als Vorsichtsmassnahme kein Stroh aus den betroffenen Gebieten zu importieren.

«Wir werden alles tun, damit das Virus nicht in die Schweiz kommt», sagt er. «Und falls es doch kommt, werden wir alles tun, dass es rasch wieder verschwindet.»