Es wird freiwillig weniger gesüsst

Kari Kälin über den Ruf des Bundesrats nach weniger Zucker in den Lebensmitteln.

Kari Kälin
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Kari Kälin (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Kari Kälin (Bild: Nadia Schärli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Die Bevölkerung in der Schweiz konsumiert täglich im Durchschnitt 120 Gramm Zucker – 70 Gramm mehr, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Die Menschen, so der Befund einer aktuellen Umfrage des Bundes, ernähren sich hierzulande generell zu süss, zu fettig und zu salzig – mit Folgekosten in Milliardenhöhe.

Jetzt kann Gesundheitsminister Alain Berset aufatmen. Die hiesigen Lebensmittelproduzenten haben den Zuckergehalt in Joghurts, Müesli und Frühstückscerealien freiwillig gesenkt, seit sie vor zwei Jahren an der Weltausstellung in Mailand eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet haben. Coop, Migros, Nestlé, Emmi und Co. streben weitere Reduktionen an, neu ins Boot holen konnte der Bund unter anderem Aldi und Lidl. Das Eigeninteresse der Industrie liegt auf der Hand: Gesunde Produkte lassen sich gut vermarkten.

Die Entwicklung in den letzten Jahren zeigt, dass die Lebensmittelindustrie die Präventions-Wünsche des Bundes erhört. Die Freiwilligkeit funktioniert. Weitere staatliche Aktivitäten wie die bereits lancierte Müesli- und Joghurtforschung sind überflüssig. Das Gleiche gilt für die Zuckersteuer, die vor allem in der Westschweiz politische Anhänger hat.

Kari Kälin

kari.kaelin@luzernerzeitung.ch