Europäische Rechtsextreme besuchen Yasukuni-Schrein in Japan

Mehrere rechtsextreme europäische Politiker um den französischen Rechtsradikalen Jean-Marie Le Pen haben in Japan den umstrittenen Yasukuni-Schrein für die Opfer Japans im Zweiten Weltkrieg besucht. Anlass dazu bot eine Einladung der nationalistischen japanischen Bewegung Issuikai.

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Nationalisten treffen sich in Japan, unter ihnen Le Pen (2. v. l.)

Nationalisten treffen sich in Japan, unter ihnen Le Pen (2. v. l.)

Keystone

Le Pen wurde bei dem Besuch bei dem Denkmal in der Hauptstadt Tokio am Samstag vom Vizechef der britischen Rechtspartei British National Party (BNP), Adam Walker, sowie Gesinnungsgenossen aus Österreich, Belgien, Spanien, Ungarn Portugal und Rumänien begleitet.

Die europäischen Rechtsextremen hielten sich auf Einladung der nationalistischen japanischen Bewegung Issuikai in Japan auf, um über die Zukunft nationalistischer Gruppen zu diskutieren.

Der Yasukuni-Schrein erinnert an die etwa 2,5 Millionen japanischen Todesopfer des Zweiten Weltkriegs, darunter auch verurteilte Kriegsverbrecher. Der Schrein wird regelmässig von japanischen Politikern besucht, was jedes Mal zu heftigen Protesten führt, namentlich von China.

Am Sonntag wollen japanische Veteranen, Politiker und Nachkommen der Opfer das Denkmal anlässlich des 65. Jahrestags der japanischen Kapitulation besuchen.

China wirft Japan vor, mit dem Denkmal die japanische Aggressionspolitik gegen Peking während des Zweiten Weltkriegs zu glorifizieren.

Weil der frühere japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi den Schrein regelmässig besuchte, verweigerte Peking zwischen 2001 und 2006 jeden diplomatischen Kontakt auf hoher Ebene mit Tokio.

Le Pen verteidigte den Besuch des Denkmals. Wenn es um Kriegsverbrechen gehe, müssten auch die USA wegen der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 65 Jahren als Kriegsverbrecher bezeichnet werden, sagte der 82-Jährige.