Extremsportler Freddy Nock wegen versuchter vorsätzlicher Tötung angeklagt

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat den Extremsportler aus Uerkheim wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens und mehrfacher versuchter Körperverletzung angeklagt. Am Mittwoch steht er in Zofingen vor Gericht.

Noemi Lea Landolt
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Extremsportler Freddy Nock stehen mit der Anklage schwere Zeiten bevor.

Extremsportler Freddy Nock stehen mit der Anklage schwere Zeiten bevor. 

Keystone

Wo immer Freddy Nock hoch in der Luft über ein Seil balanciert, stockt Zuschauerinnen und Zuschauern der Atem. Im Oktober hat der Hochseilartist einen neuen Weltrekord aufgestellt. Er lief in Thun in 30 Metern Höhe vom Schloss zur Kirche. Es sind solche Aktionen, mit denen der Mann aus dem Kanton Aargau Schlagzeilen macht. Dieses Mal ist es anders.

Wie Recherchen von «Tele M1» zeigen, muss sich Freddy Nock am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Zofingen AG verantworten. Zehn Stunden dauert der Prozess. Vorgeworfen wird ihm versuchte vorsätzliche Tötung, mehrfache Gefährdung des Lebens und mehrfache versuchte Körperverletzung.

Er soll ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben

Die Vorfälle sollen sich zwischen 2008 und 2014 abgespielt haben. Freddy Nock wird vorgeworfen, seine Frau mehrmals angegriffen zu haben. Er soll sie fast über ein Treppengeländer geworfen haben, sie an den Schultern gepackt und ihren Kopf an die Wand geschlagen haben. Einmal – so der Vorwurf – soll er der Frau das Kissen so lange aufs Gesicht gedrückt haben, bis sich diese tot stellte.

Es sind happige Vorwürfe. Welche Strafe die Staatsanwaltschaft für den Hochseilartisten fordert, gibt sie erst am Mittwoch vor Gericht bekannt. Für Freddy Nock gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Der Hochseilartist äusserte sich gegenüber «Tele M1» nicht zu den Vorwürfen, bestätigte aber, dass er sich am Mittwoch vor Gericht verantworten muss. Auch gegenüber dem «Sonntagsblick» deutete er den bevorstehenden Gerichtstermin an, blieb aber vage, was die Vorwürfe betrifft. Sie seien massiv, sagte er nur.

Jahrelanger Sorgerechtsstreit

Der Artikel im «Sonntagsblick» drehte sich um den Sorgerechtsstreit, den er seit Jahren mit seiner Frau führt. Die beiden heirateten 2013. Zwei Jahre später verliess sie ihn. Sie kamen noch einmal zusammen. Im Sommer 2017 trennten sie sich definitiv. Seither streite das Paar noch unerbittlicher um den gemeinsamen Sohn, schreibt der «Sonntagsblick». Die Unterlagen sollen 30 Bundesordner füllen. Vier Anzeigen soll seine Frau gegen Freddy Nock eingereicht haben. Er selber hat zwei Strafanzeigen gegen sie eingereicht. Auch hier geht es um häusliche Gewalt und Tätlichkeiten.

Im «Sonntagsblick» sagte Freddy Nock, er fühle sich im Sorgerechtsstreit als Vater benachteiligt. «Scheinbar sind Väter nur im Gesetz, nicht aber in der Praxis mit Müttern gleichgestellt und gleichberechtigt.» Seine Frau habe immer wieder ein Kontaktverbot zwischen ihm und seinem Sohn erwirkt. Sie könne weinend zur Polizei gehen und behaupten, was sie wolle. «Ihr wird geglaubt, mir nicht.»