«Facebook ist mitverantwortlich»

Viel Gewalt, hohe Schäden und 50 Verletzte: Die Lage bei der «Tanz dich frei»-Parade eskalierte. Nun strebt die Stadt Bern mehrere Klagen an.

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Reto Nause, Sicherheitsdirektor der Stadt Bern (links) und Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern erklären sich am Sonntagabend den Medien. (Bild: Keystone)

Reto Nause, Sicherheitsdirektor der Stadt Bern (links) und Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern erklären sich am Sonntagabend den Medien. (Bild: Keystone)

Die Bilanz ist verheerend. die Tanz-Demo durch die Berner Innenstadt forderte in der Nacht auf Sonntag 50 Verletzte, 61 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Zurück bleibt zudem Sachschaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.

Die Veranstaltung startete am Samstag friedlich. Um Mitternacht begannen sich aber Chaoten aus dem sogenannten schwarzen Block immer heftigere Scharmützel mit den Sicherheitskräften zu liefern. Solch ein Gewaltpotenzial habe man schon lange nicht mehr erlebt, hiess es gestern an einer Medienkonferenz. Selbst Feuerwehrleute seien angegriffen worden.

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Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause kündigte an, dass die Stadt Bern unter anderem auch eine Klage gegen die Social-Media-Plattform Facebook prüft, über die die anonymen Veranstalter zum Anlass aufgerufen hatten. «Facebook ist mitverantwortlich», betont Nause im Gespräch mit unserer Zeitung.

Max Hofmann, Generalsekretär vom Verband Schweizerischer Polizei-Beamter, fordert ein generell härteres Vorgehen bei solchen Ausschreitungen. «Wer sich so etwas leistet und die Verletzung von anderen Menschen in Kauf nimmt, muss sofort büssen. Nicht erst nach zwei Jahren. Dann wirkt der Denkzettel auch», sagt er im Interview.

Dem ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen LZ und im E-Paper.

Spital hatte mehr zu tun als an Silvester

BERNsda. Die Kundgebung «Tanz dich frei» hat der Notfallabteilung im Berner Inselspital mehr Arbeit verursacht als die Partys an Silvester. 50 Menschen musste die Belegschaft in der Nacht auf Sonntag verarzten, viermal mehr als in einer normalen Mai-Samstagnacht. An Silvester waren es 48 gewesen.

Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten kam wegen Schnitt-, Sturz- und Tränengasverletzungen in den Notfall, teilte das Spital am Sonntag mit. Im Einsatz standen 34 Personen des Notfallteams.