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FEATURE: Porta Alpina: Renaissance einer Totgesagten

Die Bergkantone lancieren die Porta Alpina neu. Vor ihm sind schon viele gescheitert. Aber nun wagt Thomas Egger, Walliser CSP-Nationalrat und Cheflobbyist, einen neuen Anlauf.
Tobias Gafafer
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Am Montag versandte der Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) die Vernehmlassungsantwort zum nächsten Bahnausbauschritt. Die Randregionen fühlen sich abgehängt: Das Angebot stagniere, während im Mittelland der Viertelstundentakt anvisiert werde. Die Verkehrspolitik der zwei Geschwindigkeiten laufe einer ausgewogenen räumlichen Entwicklung diametral entgegen.

Im Forderungskatalog der SAB taucht ein alter Laden­hüter auf: die Porta Alpina. Das «innovative Generationenprojekt» soll den inneralpinen Bahnverkehr an den Korridor Zürich–Mailand anbinden. Die Idee geistert seit Jahren vor allem in Bündner Köpfen herum. In den Nuller-Jahren war die Euphorie gross. Lokalpolitiker verglichen das Projekt eines unterirdischen Neat-Bahnhofs bei Sedrun bereits mit dem Eiffelturm. Graubünden, die Gemeinde Tujetsch und der Bund investierten voreilig 15 Millionen Franken in vier unterirdische Warteräume. Nachdem die Idee ein erstes Mal beerdigt worden war, nahm sie der ägyptische Tausendsassa Samih Sawiris wieder auf. Selbst ihm gelang es nicht, den Bundesrat und die SBB umzustimmen. Doch Sawiris und umtriebige PR-Leute gaben nicht auf: Sie wollten die Porta Alpina mit einem Lift in eine Touristen­attraktion verwandeln. Zehntausende Besucher sollten sich 800 Meter in die Tiefe transportieren lassen – und die vorbeirauschenden Züge bestaunen. Auch daraus wurde nichts. Dass die Bergkantone es nochmals versuchen, ist nachvollziehbar. Das strukturschwache Graubünden hat schliesslich bereits Millionen verlocht.

Die Bergkantone verlangen, dass der Bund noch mehr Löcher gräbt. Ein neuer Grimseltunnel vom Oberhasli ins Obergoms soll regionale Schmalspurnetze miteinander verknüpfen. Zudem soll der Lötschberg-Basistunnel ganz auf Doppelspur ausgebaut werden, damit der Verkehr besser funktioniere. Thomas Egger zählt im Bundeshaus zu den gewieftesten Lobbyisten. Ihm ist klar, dass er nicht alle Wünsche ins Ausbaupaket bringt, aber hoch pokern muss. Chancen dürfte höchstens der Vollausbau des Lötschberg-Basistunnels haben. Das wäre auch in Eggers Sinn. Dank der Erhöhung der Kapazität würde er nie mehr eine Sitzung verpassen – und wäre stets pünktlich wieder im Oberwallis. Denn der SAB-Chef pendelt täglich von Visp nach Bern. Dank des Basistunnels sei er schneller in der Bundesstadt als die Zürcher, brüstete er sich jüngst in einer Publikation von Wallis-Promotion. So schlecht kann es um den Anschluss der Randregionen nicht bestellt sein.

Tobias Gafafer

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