Wetter

Februar bricht Wärmerekord auf der Alpensüdseite

Auf der Alpensüdseite ist der wärmste Februar seit Messbeginn registriert worden. In den übrigen Landesteilen brach der ablaufende Monat lokale Wärme- und Sturmrekorde. Landesweit geht der Februar als zweitwärmster seit 1864 in die Annalen ein.

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Die Vegetation ist einen Monat voraus: Eine Biene stürzt sich Kopf voran in eine Krokusblüte.

Die Vegetation ist einen Monat voraus: Eine Biene stürzt sich Kopf voran in eine Krokusblüte.

KEYSTONE/DPA/PATRICK SEEGER

Ähnlich warm war der Februar letztmals vor 30 Jahren, wie MeteoSchweiz am Freitag mitteilte. Auf der Alpensüdseite ist kurz vor Monatsende ein deutlicher Rekord mit einer Durchschnittstemperatur von 8,3 Grad in den Niederungen absehbar. Damit bewegt sich die Temperatur ein Grad über dem bisherigen Rekordfebruar 1990 und vier Grad über der Norm 1981 bis 2010.

Am wärmsten war es am 24. Februar bei 24,6 Grad in Biasca TI. Das liegt nahe am Wert von 25 Grad für einen Sommertag. Delsberg JU erreichte mit 21,2 Grad am 16. Februar den Rekord auf der Alpennordseite.

Neben dem Monatsrekord gab es zahlreiche Rekorde bei den Tageshöchstwerten mit zum Teil 18 bis über 20 Grad. Neue Höchstwerte verzeichneten etwa die West- und die Zentralschweiz. Im landesweiten Mittel wurde mit 1,6 Grad der zweitwärmste Februar seit Messbeginn gemessen. Noch milder war nur der Februar 1990 mit 2,1 Grad im Durchschnitt. Die landesweite Februarnorm liegt bei minus 2,3 Grad.

Importierte Wärme

Geschuldet war die Wärme einer Häufung von Hochdruck über Südwesteuropa und dem westlichen Mittelmeer. Im Gegenzug herrschte im nördlichen Atlantik häufig Tiefdruck. So bildete sich eine Südwestströmung. Sie führte milde oder sogar subtropische und oft feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa. Kaltlufteinbrüche blieben von kurzer Dauer.

Neben der Wärme zeichneten ungewöhnlich häufige und heftige Stürme den Februar 2020 aus. Auf dem Säntis zählten die Meteorologen 23 Sturmtage. Seit Messbeginn 1981 gab es dort oben maximal 19 davon. In Tieflagen brach der Sturm ebenfalls Rekorde, so etwa in Zürich-Kloten mit acht und in Wädenswil mit sieben Tagen.

Vegetation 30 Tage voraus

Die Vegetation ist aufgrund des milden Wetters einen Monat voraus. Die Haselsträucher setzten ihre Blüte fort und blühten auch in Höhenlagen über 1000 Meter. Der Vorsprung auf das Mittel des Blütetermins aus den Jahren 1981 bis 2010 betrug damit 30 Tage.

Bis Freitag lagen MeteoSchweiz Meldungen von 50 Stationen mit langen Messreihen vor. An elf dieser Stationen blühten die Haselsträucher noch nie so früh. An weiteren zwölf Standorten war es die zweitfrüheste Blüte.

Auch die Frühlingsblumen entwickelten sich früh. Blühender Huflattich wurde Anfang Februar entdeckt, 25 Tage früher als im Mittel. In den Wäldern lässt sich schon Bärlauch finden. Seit dem vergangenen milden Wochenende blühen zudem die Weidenkätzchen auf.