Feldpost (Teil 6)
Wahre Profis, Motivatoren und einer, der für Lacher sorgt: Das ist unser unschlagbares Küchenteam!

Eliah Brunner, 19, schloss eben die Kantonsschule ab, nun hat für ihn in der Durchdiener-Rekrutenschule ein neuer Lebensabschnitt begonnen. In unserer Serie «Feldpost» schreibt er über seine Erlebnisse. In der sechsten Woche macht er eine erleichterte Feststellung.

Eliah Brunner
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Das Küchenteam der Kaserne Brugg, vorn in der Mitte unser RS-Kolumnist Eliah Brunner.

Das Küchenteam der Kaserne Brugg, vorn in der Mitte unser RS-Kolumnist Eliah Brunner.

Foto: ZVG

Die Tage im Militär sind sehr lange, und sie fühlen sich noch viel länger an. Aber jetzt ist Woche sechs Geschichte, das erste Drittel der Rekrutenschule schon überstanden. Irgendwie geht's doch schnell!

Woche sechs lässt sich mit einem Zitat von Rekrut M. passend beschreiben – das breite Berndeutsch müssen Sie sich selbst vorstellen: «Fu… alte, i wott bsoffe si!» Ich sollte wohl erwähnen, dass M. sich ebendiesen Rausch nicht im Ausgang wünschte, sondern morgens um acht Uhr. Rekrut M. ist Küchenlogistiker und stiess erst letzte Woche zum Küchenteam.

Diesen Neuzugang nutze ich, um Ihnen das Küchenteam unserer Kaserne vorzustellen. Ich werde keine Namen nennen, möchte Ihnen aber nicht vorenthalten, wem ich die Geschichten verdanke, die ich in dieser Kolumne zum Besten geben kann.

Die Menschen hinter der Fassstrasse

Das «Chuchiteam» besteht aus zwei gelernten Köchen, zwei gelernten Bäckern, drei Ex-Kanti-Schülern und einem Metallbauer. Die beiden Köche sind es, die den Grossteil des Essens kochen. Wir Nicht-Köche belagern die armen Kerle die ganze Zeit: Bei wie viel Grad werden die Kartoffeln in den Steamer geschoben? Habe ich genug gewürzt? Die beiden machen das sehr gut, und ich bin sicher, dass sie ausgezeichnete Küchenchefs werden.

Unsere beiden Bäcker zaubern wunderbare Desserts, zum Beispiel Militärschoggi-Crème. Dann gibt es einen Kameraden, welcher der dritte Küchef-Anwärter unserer Truppe ist - und der Chef beim Putzen. Würde er uns nicht antreiben, hätten wir doppelt so lange.

Für mich und den anderen Ex-Gymnasiasten in der Küche war die Umstellung schwieriger, weil wir nicht geübt darin sind, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein. Doch man gewöhnt sich an alles. Mit jeder Woche kommen wir besser klar.

Eliah Brunner in Aktion – beim Saubermachen.

Eliah Brunner in Aktion – beim Saubermachen.

Bild: zvg

Ganz wichtig, aber leider oft vergessen sind unsere KüLogs (Küchenlogistiksoldaten). Zu ihrem Kopf gehören: Zwipf (Zwischenverpflegung) vorbereiten, Wasserbidons putzen und neu auffüllen, Proviantlieferungen entgegennehmen und ins Lager räumen, Feldverpflegung organisieren und weiteres mehr. Bei uns in der Genieschule 73 sind dafür ein Rekrut zuständig, der im Juni ebenfalls die Matura bestanden hat, und einer, der wie erwähnt gelernter Metallbauer. ist Er kam von den Sappeuren in die Küche und beschert uns viele Lacher.

Kommunikationsprobleme und kranke Kameraden

Woran man sich nicht gewöhnen mag: Auch nach sechs Wochen hapert es in der Kommunikation. In der Küche zeigt sich das, wenn 40 Mann um 12:00 vor dem Speisesaal stehen und Essen holen wollen, auf unserer Liste aber steht, dass sie auf dem Feld verpflegt werden. Dann heisst es «seckle» und schauen, dass kein Magen leer bleibt! Diese Woche fielen ausserdem zwei Kameraden für zwei Tage aus, weil sie krank waren – das heisst, die gleiche Menge Arbeit, verteilt auf weniger Personen. Fachkräftemangel, das gibts auch in der RS.