Feminisierte Strassenschilder: Genfer Stadtpräsidentin erhält den rostigen Paragraphen für das dümmste Gesetz

Genf hat die Hälfte der Strassenschilder vor Fussgängerstreifen mit Strichfrauchen ausgestattet. Diese Gleichstellungsoffensive beschert Stadtpräsidentin Sandrine Salerno den rostigen Paragraphen, den die IG Freiheit jedes Jahr für das unnötigste und überflüssigste Gesetz verleiht.

Kari Kälin
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Feminisierte Verkehrstafeln: Die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno, begleitet von Regierungsrat Serge Dal Busco.

Feminisierte Verkehrstafeln: Die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno, begleitet von Regierungsrat Serge Dal Busco.

Bild: Martial Trezzini

Die Stadt Genf hat die Hälfte ihrer 500 Strassenschilder vor Fussgängerstreifen feminisiert. Anstatt bloss Strichmännchen sieht man seit diesem Jahr neuerdings 250 Tafeln mit gendergerechten Piktogrammen in unterschiedlichen Variationen. Schwangere und ältere Frauen zieren die Verkehrsschilder ebenso wie dicke und dünne. «Die Idee der Feminisierung bestimmter Verkehrszeichen mag anekdotisch erscheinen», sagte die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno zum Projekt, das sie initiierte. Allerdings sei die Angelegenheit keine blosse Spielerei. Denn historisch betrachtet, sei der öffentliche Raum von Männern für Männer gedacht worden.

Die IG Freiheit zeigte sich indes eher belustigt über die genderkonforme Signalisation – und nominierte Salerno für den rostigen Paragraphen für das dümmste Gesetz. In der Online-Abstimmung setzte sich die Genfer Stadtpräsidentin gegen vier andere unfreiwillige Mitbewerber durch, wie die IG Freiheit mitteilt. Die Preisverleihung findet am Freitag aufgrund der Coronakrise online statt.

Rang zwei: Risikoanalyse für Räbeliechtli-Umzug

Am zweitmeisten Stimmen erhielt Daniel Blumer, der Kommandant der Stadtpolizei Zürich. Veranstalter von Räbeliechtli-Umzügen ab 500 Teilnehmern mussten eine Risikoanalyse vorlegen und Angaben zur Rubriken wie «Bombendrohung» machen. Auf Platz drei folgt der Badener Stadtammann Markus Schneider. Die Stadt hatte von Alexandra Neumann 155 Franken Bewilligungsgebühr für das Errichten eines Schneemanns auf öffentlichem Grund verlangt.

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Kari Kälin