FERNBUSSE: Postauto Schweiz plant Kooperation mit Flixbus

Einsätze ab Chur für Flixbus: Das ist für den gelben Riesen eine Option. Bei den Löhnen soll nicht gespart werden.

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Fernbusse sollen auf gewissen Strecken auch innerhalb der Schweiz fahren. (Archivbild)

Fernbusse sollen auf gewissen Strecken auch innerhalb der Schweiz fahren. (Archivbild)

Fernbusse sollen auf gewissen Strecken auch innerhalb der Schweiz fahren. Dies sagte Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamts für Verkehr, im Interview mit unserer Zeitung. Schon heute bieten der deutsche Fernbusriese Flixbus und andere Anbieter zahlreiche internationale Verbindungen in die Schweiz an. Die SBB betrachten den Boom mit Argwohn. Sie fordern gegenüber der Konkurrenz gleich lange Spiesse. Der Staat kannibalisiere mit solchen Angeboten seine Investitionen in den ÖV, warnt die Spitze der SBB immer wieder.

Eine pragmatische Haltung verfolgt dagegen Postauto Schweiz, als Tochtergesellschaft der Post ebenfalls ein bundeseigenes Unternehmen. Flixbus darf bereits die grosse Postauto-Station beim Bahnhof Chur mitbenutzen.

Und dabei dürfte es nicht bleiben. «Wir können uns vorstellen, ab Chur gewisse Einsätze für Flixbus zu fahren», sagt Daniel Landolf, Leiter von Postauto Schweiz auf Anfrage. Chur ist einer der grössten Postauto-Knotenpunkte. Eine Zusammenarbeit würde gemäss Landolf nur punktuell erfolgen. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass es nächstens zu einer Kooperation kommt.» Graubünden begrüsse, dass es Fernbus-Verbindungen gebe, da diese Touristen in den Kanton brächten. Tatsächlich versandte das Bündner Amt für Verkehr eigens eine Medienmitteilung, als eine Vorgängerfirma von Flixbus 2014 Fernbusse nach Mailand und München einführte. Im Vordergrund dürfte laut Branchenkennern die Flixbus-Strecke von Norditalien nach Süddeutschland stehen, die in Chur haltmacht. Ein Nachteil der Fernbusverbindung ist, dass es bei Staus zu Verspätungen kommt.

Teil des Geschäftsmodells von Flixbus sind die für Schweizer Verhältnisse tiefen Löhne. Dabei will Landolf keine Kompromisse eingehen: «Wir weichen nicht vom Grundsatz ab, dass wir Schweizer Löhne zahlen.» Aus diesem Grund will Postauto auch nicht selber ins Fernbusgeschäft einsteigen. «Wir müssten unsere Chauffeurlöhne etwa um die Hälfte kürzen.» Das komme nicht in Frage, Postauto sei kein Billiganbieter.

Tobias Gafafer