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FERNSEHEN: Mike Shiva verwirrt mit Gratis-Angebot

Der prominente Wahrsager darf bei «Giacobbo/Müller» für seine Hotline werben. Der Auftritt stösst auf breite Kritik.
Verwirrung um Mike Shivas Angebot nach dem Auftritt beim SRF. (Bild: Screenshot SRF)

Verwirrung um Mike Shivas Angebot nach dem Auftritt beim SRF. (Bild: Screenshot SRF)

Lukas Leuzinger

Mike Shiva gehört zu den beliebtesten Figuren, die bei «Giacobbo/Müller» parodiert werden. In der Rolle des TV-Wahrsagers gibt Mike Müller regelmässig prominenten Gästen Ratschläge.

Am Sonntag hatte nun der «echte» Mike Shiva seinen Auftritt in der Satiresendung. Gleich zu Beginn übergab er Müller einen Sack mit einem Kartenset seiner Firma Shiva.tv. Werbefachleute würden von einer geschickten Produktplatzierung sprechen. Anschliessend plauderte Shiva während zehn Minuten über seine Fähigkeiten und sein Angebot. Als Viktor Giacobbo ihn danach fragte, was seine Fans für dieses Angebot bezahlen, erklärte Shiva: «Wenn man mich anruft, ist das immer gratis, seit vielen Jahren.» Er nannte sogar die entsprechende 0800-Nummer.

«Werbung zu guter Sendezeit»

Zuschauer, die vom kostenlosen Angebot Gebrauch machen wollten, wurden allerdings enttäuscht: Wer die Nummer wählt, wird lediglich auf die kostenpflichtige Rufnummer von shiva.tv verwiesen, danach wird der Anruf beendet.

Dass das Schweizer Fernsehen Mike Shiva eine Plattform bietet, um für sein Angebot zu werben, stösst bei Christian Wasserfallen auf Unverständnis. «Es ist problematisch, wenn solche Personen bevorteilt werden», sagt der Berner FDP-Nationalrat gegenüber unserer Zeitung. Er sei nicht gegen Satiresendungen, betont Wasserfallen. Diese könnten aber genauso von privaten Sendern produziert werden. «Dort wäre auch die Produktplatzierung kein Problem.»

Kritik übte auch Thomas Merz. Der Medienpädagoge und Prorektor der PH Thurgau sitzt im Publikumsrat der SRG Deutschschweiz. «Mike Shiva darf sich bei ‹Giacobbo/Müller› so richtig wohl fühlen», konstatierte Merz auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. «Werbung zu guter Sendezeit – war da ein Sponsoring-Hinweis?»

Nur zeitweise kostenlos

Wieso aber wirbt Shiva mit einer Gratis-Hotline? Auf Anfrage sprach Peter Felber von Shiva.tv gestern von einem Missverständnis. Anrufe bei Mike Shiva seien tatsächlich kostenlos – allerdings nur, wenn der Wahrsager persönlich auf Sendung ist. Das sei eine «Kundenförderungsmassnahme». Ausserhalb dieser Zeit ist nur die kostenpflichtige Nummer (4.50 Franken pro Anruf und 4.50 Franken pro Minute) in Betrieb.

Dieses nicht unwichtige Detail erwähnte Shiva in der Sendung allerdings nicht. Kein Wunder, dass Viktor Giacobbo überrascht reagierte und fragte: «Aber wie verdienst du denn Geld?» Shivas Antwort: «Man macht dies und das.»

Shiva reagiert

Shivas Aussage erweckte bei vielen Zuschauern den Eindruck, sein Angebot sei gratis. Prompt schrieb auch die Pendlerzeitung «20 Minuten» in ihrer gestrigen Ausgabe, Shivas Hotline «ist schon seit langem kostenlos».

Nach der Anfrage unserer Zeitung reagierte Shiva.tv und ersetzte den Verweis auf die kostenpflichtige Nummer durch einen Hinweis auf die Website. «Es ist überhaupt nicht die Idee, die Leute auf eine kostenpflichtige Hotline zu leiten», betonte Peter Felber.

Zu grosse Bühne für SVP und SP?

Für Kritik sorgt auch, dass Giacobbo und Müller in ihrer Sendung grosszügig über das Wahlkampfvideo der SVP berichteten. In einem Sketch waren SP-Politiker zu sehen, die ein eigenes Musikvideo zu produzieren versuchen. «Es geht nicht, dass diese Parteien kurz vor den Wahlen einen solch prominenten Auftritt erhalten», kritisiert Christian Wasserfallen. Und CVP-Mediensprecher Thomas Jauch machte seinem Ärger über die Sendung auf Twitter Luft: «Zuerst auf Schmusekurs mit der SVP, jetzt auf Schmusekurs mit Mike Shiva.»

Bei «Giacobbo/Müller» war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.Lukas Leuzinger

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