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FINANZPLATZ: Schweden erhält von der Schweiz Hilfe

700 Millionen Franken sind seit 2012 in der Schweiz eingefroren. Nun bekommt Schweden für ein Schmiergeldverfahren gegen den Telekom-Konzern Teliasonera Einblick in die Konten.
Gulnara Karimova, die älteste Tochter des usbekischen Präsidenten Islam Karimov. (Bild: Keystone)

Gulnara Karimova, die älteste Tochter des usbekischen Präsidenten Islam Karimov. (Bild: Keystone)

red. Zentrale Figur der Geldwäscherei-Affäre ist Gulnara Karimova, die älteste Tochter des usbekischen Präsidenten Islam Karimov, der in der ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien seit 1989 mit uneingeschränkten Machtbefugnissen herrscht. Die 41-Jährige, die laut ihrer Biografie in Harvard studierte, war bis im letzten Sommer Leiterin der UNO-Mission ihres Landes in Genf. Sie sorgte aber nicht nur als Diplomatin für Aufsehen, sondern auch als Modedesignerin und Sängerin. Unter ihrem Künstlernamen Googoosha sang sie schon mal im Duett mit Gérard Depardieu. Die Präsidententochter galt lange als designierte Nachfolgerin ihres Vaters auf dem Präsidentenstuhl.

Verfahren in der Schweiz

Doch in den letzten Monaten überstürzten sich die Ereignisse. «Prinzessin» Karimova fiel offensichtlich in der eigenen Familie in Ungnade. Die jüngere Schwester Lola distanzierte sich in einem BBC-Interview von Gulnara. Diese schoss via Twitter zurück, nahm auch ihre Mutter ins Visier und bezichtigte diese unter anderem, satanischen Ritualen zu huldigen. Der Pariser «Figaro» bezeichnete die Zustände in der usbekischen Hauptstadt als «Dallas in Taschkent». Hintergrund des Machtkampfs dürfte nicht zuletzt das Geldwäscherei-Verfahren der schweizerischen Bundesanwaltschaft (BA) sein.

280 Millionen Franken Schmiergeld

Die Bundesanwaltschaft selber hat unter Hinweis auf das laufende Verfahren bisher kaum über die Ermittlungen informiert. Beschwerdeentscheiden des Bundesstrafgerichts sind aber verschiedene Einzelheiten zu entnehmen. So auch die jüngste Entwicklung, die die Ermittlungen der schwedischen Justiz gegen den Telekommunikationskonzern Teliasonera betreffen. Demnach soll der schwedisch-finnische Konzern in den Jahren 2007 bis 2010 im Bemühen um den Erwerb einer Mobilfunkkonzession in Usbekistan rund 280 Millionen Franken an Schmiergeldern gezahlt haben. Und zwar an eine Firma mit Sitz in Gibraltar, die das Geld auf Konten in der Schweiz parkierte. Dieses Unternehmen, so der Verdacht der Untersuchungsbehörden, soll der Präsidententochter und ihrem Umfeld als Strohfirma für weitere illegale Finanztransfers gedient haben. Unter anderem geht es um Gelder der usbekischen Tochter der russischen Telekomgesellschaft MTS, der die Mobilfunklizenz inzwischen wieder entzogen wurde.

Bankdaten werden übermittelt

Drei kürzlich veröffentlichten Entscheiden des Bundesstrafgerichts ist zu entnehmen, dass Schweden die gewünschten Bankunterlagen aus der Schweiz erhält. Nach Auskunft von BA-Sprecherin Jeannette Balmer haben die Kontoinhaber auf einen Weiterzug der Urteile ans Bundesgericht verzichtet. «Die Bundesanwaltschaft ist zurzeit daran, die Übermittlung der Dokumente vorzubereiten», erklärt die Sprecherin gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

Bei Teliasonera hat der Korruptionsskandal ein Köpferollen auf der Chefetage ausgelöst. Bereits im vergangenen Februar trat der CEO Lars Nyberg zurück; Ende November wurden vier weitere Manager entlassen.

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