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Die Arbeitgeber rufen zur
Tagesschulen-Offensive auf

Weitere Millionen für Kitas und Tagesschulen: Das verlangt Mitte-links – und auch der Arbeitgeberverband. Insbesondere der Ausbau des Tagesschulen-Angebots ist für ihn ein zentrales Anliegen.
Dominic Wirth
Mittagessen in der Tagesschule. Bild: ky

Mittagessen in der Tagesschule. Bild: ky

Der Entscheid steht auf Messers Schneide: Der Nationalrat befindet am Dienstag darüber, ob er den Kitas und Tagesschulen im Land weiterhin Anschubhilfe geben will. Schon seit 2003 fliesst mittlerweile Bundesgeld in die familienergänzende Kinderbetreuung. 370 Millionen Franken wurden bisher gesprochen – als Pauschalbeiträge für neue Betreuungsplätze. 57383 solcher Plätze sind mithilfe des Geldes in den letzten 15 Jahren geschaffen worden, und die allermeisten von ihnen bestehen bis heute. Das ist eine gute Bilanz, und in Bern herrscht denn auch weitherum die Meinung, dass die Anschubfinanzierung ein grosser Erfolg ist. Allerdings scheiden sich die Geister an der Frage, ob das Programm nun zum mittlerweile dritten Mal verlängert werden soll und es in den Jahren 2019 bis 2023 weitere Bundesgelder braucht.

Tagesschulen sollen Priorität haben

Ja, findet Mitte-links und unterstützt die entsprechende parlamentarische Initiative der Bildungskommission, die 124,5 weitere Millionen sprechen will. «Das Angebot ist noch nicht ausreichend», sagt Adrian Wüthrich, Berner SP-Nationalrat und Präsident des Gewerkschaftsdachverbands Travail.Suisse. Nein, sagt dagegen der Bundesrat, der seine Pflicht erfüllt sieht und den Ball nun an Gemeinden und Kantone weiterspielen will. Nein, finden auch die SVP und die FDP; sie argumentieren föderalistisch, aber auch mit den knappen Bundesfinanzen. Gemeinsam hätte das rechte Lager die Macht, die Verlängerung zu versenken. Ob aber gerade in der FDP alle mitmachen, ist unsicher; Mitte-links hofft auf Abweichler etwa aus der Romandie. Bei einem Ja im Nationalrat geht das Geschäft noch an den Ständerat.

Auch in Zürich, beim Arbeitgeberverband, schaut man am Dienstag gebannt nach Bern. Gerade die FDP ist dem Verband sonst ein treuer Verbündeter, doch dieses Mal ist alles anders: Die Arbeitgeber sitzen nun etwa mit Travail.Suisse oder der SP in einem Boot und setzen sich für eine Verlängerung des Anschubprogramms ein. Direktor Roland A. Müller sagt, angesichts der Fachkräftemangels sei es unabdingbar, das Programm fortzuführen: «Es ist etwas in Gang gekommen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat sich dank neuer Angebote vielerorts verbessert. Wir sind aber noch nicht so weit, wie wir sein sollten. Es wäre falsch, das nun schon wieder herunterzufahren.»

Insbesondere bei den Tagesschulen sehen die Arbeitgeber noch viel Handlungsbedarf. Das Angebot stecke vielerorts noch in den Kinderschuhen. Dabei sei die Tagesschule ein zukunftsträchtiges Modell, das den Eltern das Organisieren von Job und Familie erleichtert. Am Sonntag haben die Stadtzürcher Stimmberechtigten die Ausweitung des Pilotprojekts «Tagesschule 2025» befürwortet, mit satten 77 Prozent. Roland A. Müller hofft, dass das Beispiel Schule macht. Und er fordert, dass bei einer Verlängerung des Impulsprogrammes Tagesschule-Projekte prioritär behandelt werden. «Das ist eindeutig die grösste Baustelle», sagt er.

Das sieht auch Patricia Schuler Braunschweig von der PH Zürich so. Die Professorin hat die Tagesschule-Strukturen in der Schweiz erforscht, und sie kommt zu einem klaren Fazit: «Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Schweiz in diesem Bereich ein Ödland». Zahlen des Bundes zeigen, dass mit dem Impulsprogramm bisher mehr Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter entstanden sind, 33 103 der 57 383.

Schuler Braunschweig findet wie der Arbeitgeberverband, dass der Schwerpunkt nun auf die Tagesschulen gelegt werden sollte, weil sie «ein Konzept für die Zukunft» seien, von dem Kinder wie und Eltern profitieren. «Tagesschulen machen pädagogisch Sinn, Bildung und Betreuung findet unter einem Dach statt. Das ist für die Kinder ein Gewinn. Und berufstätige Eltern werden von einem grossen Organisationsaufwand entlastet», sagt sie.

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