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Fischer sichtet Kaiman im Hallwilersee – nun sucht die Polizei das Reptil

Am Sonntagabend hat ein erfahrener Fischer im Hallwilersee bei Beinwil am See ein Reptil gesichtet. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen Kaiman handeln könnte. Die Suche nach dem Exoten blieb bisher ohne Erfolg.
Philipp Zimmermann
Am Sonntagabend hat ein Fischer einen Kaiman im Hallwilersee beobachtet. Ein Bild des Reptils existiert nicht. (Symbolbild) (Bild: imago)Am Sonntagabend hat ein Fischer einen Kaiman im Hallwilersee beobachtet. Ein Bild des Reptils existiert nicht. (Symbolbild) (Bild: imago)
Das Reptil ist gemäss den glaubhaften Schilderungen des Fischers zirka 1,5 Meter gross. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)Das Reptil ist gemäss den glaubhaften Schilderungen des Fischers zirka 1,5 Meter gross. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)
Kaimane werden oft mit Krokodilen verwechselt. Sie sind aber kleiner und weniger gefährlich. (Symbolbild) (Bild: Thomas Schlittler)Kaimane werden oft mit Krokodilen verwechselt. Sie sind aber kleiner und weniger gefährlich. (Symbolbild) (Bild: Thomas Schlittler)
Diesen Baby-Kaiman entdeckte im August 2016 eine Medizinstudentin auf einer Strasse in Rümlang. (Bild: watson/tierrettungsdienst)Diesen Baby-Kaiman entdeckte im August 2016 eine Medizinstudentin auf einer Strasse in Rümlang. (Bild: watson/tierrettungsdienst)
Sie übergab ihn der Polizei. Tierpfleger kümmerten sich um das Tier und nannten es "Julius". (Bild: watson/tierrettungsdienst)Sie übergab ihn der Polizei. Tierpfleger kümmerten sich um das Tier und nannten es "Julius". (Bild: watson/tierrettungsdienst)
Ein Mann hatte Julius ohne Bewilligung gehalten. Polizei und Veterinäramt konnten ihn ausfindig machen. Julius erhielt später ein neues Zuhause. (Bild: SDA)Ein Mann hatte Julius ohne Bewilligung gehalten. Polizei und Veterinäramt konnten ihn ausfindig machen. Julius erhielt später ein neues Zuhause. (Bild: SDA)
Ein Alligator: Der Kaiman gehört zur Unterfamilie der Alligatoren, innerhalb der Krokodile. (Bild: KEYSTONE/AP LUDINGTON DAILY NEWS/JEFF KIESSEL)Ein Alligator: Der Kaiman gehört zur Unterfamilie der Alligatoren, innerhalb der Krokodile. (Bild: KEYSTONE/AP LUDINGTON DAILY NEWS/JEFF KIESSEL)
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Kaiman im Hallwilersee

Nicht schlecht gestaunt haben dürfte ein erfahrener Fischer am vergangenen Sonntagabend: Am Ufer des Hallwilersees zwischen Beinwil am See (AG) und Mosen (LU) beobachtete er, wie um zirka 21.30 Uhr ein etwa anderthalb Meter grosses Reptil plötzlich an der Wasseroberfläche erschien und nach einer schwimmenden Jung-Ente schnappte. Das Tier schwamm mit seiner Beute weg. Der Fischer meldete seine Beobachtung der Polizei. Dies tat er glaubhaft, wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Die genaue Beschreibung durch den Fischer lasse nach Einschätzung von Fachleuten darauf schliessen, dass es sich beim fraglichen Reptil um einen Kaiman handeln könnte. «Die exotische Spezies jagt in der Abenddämmerung vorwiegend in flachem Wasser nach Beute.»

Kaimane unterstehen dem Artenschutzübereinkommen. Für die Haltung ist eine Bewilligung nötig. «Es ist davon auszugehen, dass das Tier wahrscheinlich aus illegaler Tierhaltung stammt und ausgesetzt worden war», schreibt die Kantonspolizei weiter. Vor der Mitteilung der Kantonspolizei hatte Radio Argovia über die mutmassliche Sichtung des Kaimans berichtet.

Auf Veranlassung des kantonalen Veterinärdienstes sowie der kantonalen Jagdverwaltung suchte die Polizei am Montagabend das Seeufer auf dem fraglichen Seeabschnitt ab. Der Erfolg bleib allerdings aus. Weitere Suchmassnahmen werden derzeit geprüft.

Es gibt keine Hinweise, woher der Kaiman stammt. Die Kantonspolizei hat mit Unterstützung des Veterinärdienstes entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Keine Gefahr für Menschen

Laut Einschätzung eines beigezogenen Experten gehe von einem Tier dieser Art und Grösse keine akute Bedrohung für Menschen, namentlich für Badende oder Spaziergänger, aus. Solche Reptilien, zu deren Beuteschema primär Fische und Kleintiere gehören, sind grundsätzlich scheu und reagieren erst aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. Eine Gefahr könnte der Kaiman aber auch für kleine Hunde sein, wie Kantonspolizei-Sprecher Bernhard Graser Radio Argovia sagte.

Wegen der schwierigen Suche bittet die Kantonspolizei die Bevölkerung um Mithilfe und um Wachsamkeit. Wer im Hallwilersee ein solches Tier sehen sollte, wird gebeten, dies sofort der Kantonspolizei (Notruf 117) zu melden. Man solle sich dem Tier nicht näher und es schon gar nicht einzufangen versuchen.

Ferner sucht die Kantonspolizei Personen, die verdächtige Feststellungen im Zusammenhang mit einer privaten Reptilienhaltung gemacht haben.

Baby-Kaiman auf der Strasse

Vor fast drei Jahren sorgte ein Baby-Kaiman in Rümlang für Schlagzeilen: Eine junge Velofahrerin traf ihn auf der Strasse an und gab ihn im Tierheim ab. «Julius», wie Tierpfleger ihn nannten, war seinem damals 35-jährigen Eigentümer entwichen.

Polizei und Veterinäramt konnten ihn damals ermitteln. Der Mann gestand, dass mehrere Reptilien ohne Bewilligung gehalten hatte. Damit hatte er gegen das Tierschutzgesetz verstossen. Julius erhielt später ein neues Zuhause.

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