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Flüchtlinge sollen Neuntklässler-Niveau erreichen

Um Flüchtlinge stärker zu integrieren, sollen sie schneller und besser ausgebildet werden. Die Caritas fordert, dass auch Flüchtlinge, die zu alt für die obligatorische Schule sind, durch entsprechende Programme das Ausbildungsniveau eines Neuntklässlers erreichen.
Flüchtlingskinder in der Schule (Bild: Gina Böhme)

Flüchtlingskinder in der Schule (Bild: Gina Böhme)

Das katholische Hilfswerk hat am Mittwoch in Immensee in einem Zentrum für unbegleitete Minderjährige ein Positionspapier zur Integration von jungen Flüchtlingen vorgestellt. Dies geschah in Anwesenheit von mehreren Betroffene aus Afghanistan, Eritrea, Mali und dem Tibet. Für diese jungen Leute solle das Schulniveau der obligatorischen Schule garantiert werden, forderte die Caritas.

Nach Angaben der Caritas lebten Ende 2017 30'000 Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Status der vorläufigen Aufnahme oder als Flüchtlinge in der Schweiz. Dazu kamen 12'000 junge Asylsuchende.

Diese Menschen hätten sehr unterschiedliche Schulerfahrungen und berufliche Voraussetzungen, schreibt das Hilfswerk. Ohne eine Ausbildung in der Schweiz bleibe den meisten von ihnen die Chance auf ein eigenständiges Leben verwehrt.

Zu alt für obligatorische Schule

Schwierig sei vor allem die berufliche Integration junger Erwachsener. Wer älter als 16 Jahre ist, kann nicht mehr die obligatorische Schule besuchen. Bund und Kantone müssten deswegen mit entsprechenden Bildungsangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene bis mindestens 30 das Schulniveau der obligatorischen Schule garantieren.

Zweck des Schulobligatoriums sei es ja, dass junge Menschen den Ansprüchen der Gesellschaft genügen könnten, erklärt Caritas-Direktor Hugo Fasel in seinem schriftlichen Redetext. Es gehe um mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen. Das Wissen und die Kompetenz eines Neuntklässlers schafften Vertrautheit und bildeten eine Lebensgrundlage. Nur so hätten diese Menschen eine Chance, eine eigene Existenz aufzubauen und ohne Sozialhilfe zu leben.

Potential nutzen

Das Potential junger Flüchtlinge wird nach Angaben der Caritas heute nicht ausgeschöpft. So ist nur jeder zweite erwerbsfähige Flüchtling nach zehn Jahren erwerbstätig, bei den vorläufig Aufgenommenen nur jeder vierte. Wenn sie überhaupt eine Arbeit hätten, dann zumeist im Niedriglohnbereich.

Gemäss Caritas sind die ersten Monate nach der Einreise in die Schweiz entscheidend für die Integration von jungen Flüchtlingen. Das Vermitteln der Grundkompetenzen soll bereits in den ersten 140 Tagen des Asylverfahrens starten. Jeder Tag ohne Ausbildung sei ein verlorener Tag, erklärte Fasel. Asylsuchende und Flüchtlinge seien sehr lernwillig. Dies gelte es für die Integration zu nutzen.

Die Caritas begrüsst, dass der Bund den Kantonen eine höhere Integrationspauschale pro Flüchtling und vorläufig Aufgenommenen zahlt. Neu werden 18'000 Franken bezahlt, drei Mal so viel wie bisher.

Nicht zum Sparen nutzen

Die Caritas fordert aber, dass die Kantone nicht im Gegenzug die eigenen Leistungen zurückfahren dürften. Dies wäre eine Sparmassnahme auf dem Buckel der Flüchtlinge und würde das Ziel einer besseren Integration torpedieren, schreibt das Hilfswerk.

Fasel forderte, dass die zusätzlichen Bundesbeiträge für die Integrationsverstärkung verwendet werden. Andernfalls müsse der Bund die Beiträge kürzen und eigene Programme anbieten. Die Auszahlung der Mittel an die Kantone sei deswegen an Qualitätsauflagen zu binden. Ein Monitoring des Bundes mit einem Ranking solle für einen wünschenswerten Wettbewerb zwischen den Kantonen sorgen. (sda)

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