FLÜCHTLINGSWESEN: Zentralschweizer Passivität in Asyl-Verhandlungen

Die Zentralschweiz gibt sich in den Verhandlungen über die Asylregionen sehr zurückhaltend. Das dürfte sich rächen.

Sermîn Faki
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Ein Bundeszentrum für die Asylregion Tessin und Zentralschweiz könnte das Empfangszentrum in Chiasso (Bild) ersetzen. Unklar ist, wo dieses zu stehen kommen soll. (Archivbild Nadia Schärli)

Ein Bundeszentrum für die Asylregion Tessin und Zentralschweiz könnte das Empfangszentrum in Chiasso (Bild) ersetzen. Unklar ist, wo dieses zu stehen kommen soll. (Archivbild Nadia Schärli)

Im Rahmen der geplanten Neustrukturierung des Asylbereichs soll die Schweiz in bis zu sechs Asylregionen aufgeteilt werden. Zusammen sollen diese Regionen 4800 Asylplätze schaffen. Recherchen der «Zentralschweiz am Sonntag» zeigen, dass die sechs Zentralschweizer Kantone eine Region mit dem Tessin bilden werden.

Doch während andere Kantone bereits Lösungen für die geplanten Bundeszentren anbieten, warten die Zentralschweizer ab, in der Hoffnung, dass sie keinen Standort bringen müssen. Das dürfte sich rächen.

Zum einen ist klar, dass es neben einem Bundeszentrum im Tessin ein weiteres Zentrum in der Zentralschweiz brauchen wird. Zum anderen riskieren die Zentralschweizer, mehr anerkannte Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Das ist langfristig kostspieliger als ein Zentrum, welches vom Bund abgegolten wird.

Am Montag diskutieren die Kantone erneut über das Thema. Von den Zentralschweizern wird dann erwartet, dass sie Hand reichen zu einer Lösung.