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FLUGTICKETS: Reisebüros prüfen Klage gegen Swiss

Die Swiss führt eine Buchungsgebühr ein. Die Reisebüros wollen sich dies nicht gefallen lassen. Nicht nur der Gang vor ein Gericht steht zur Diskussion.
Dominik Buholzer
Check-in am Zürcher Flughafen: Wer nicht direkt bei Swiss bucht, muss künftig eine Gebühr entrichten. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Check-in am Zürcher Flughafen: Wer nicht direkt bei Swiss bucht, muss künftig eine Gebühr entrichten. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Walter Kunz ist nicht jemand, der so schnell martialische Töne anstimmt. Für einmal legt der Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbandes, dem Dachverband der Reisebüros, aber jegliche Zurückhaltung ab. «Jetzt reichts. Die Reisebüros verdienen schon heute nichts an Flugtickets. Jetzt sollen sie gar noch dafür bezahlen? Vergessen Sie das», gibt er sich kämpferisch.

Es ist der Lufthansa-Konzern und mit ihm die Swiss, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Am Dienstag gab er bekannt, dass ab 1. September eine Gebühr von 16 Franken pro Buchung fällig wird, wer sein Flugticket über ein globales Reservierungssystem bucht.

Leidtragende sind auch die Kunden

Betroffen davon sind sämtliche Reisebüros und Online-Anbieter. Sie wickeln ihre Geschäfte hauptsächlich über internationale Plattformen wie Sabre, Amadeus oder Galileo ab, um auch Zugriff über die Angebote anderer Anbieter zu haben. Da die Reisebüros bereits heute schon nichts an den Flugtickets verdienen, werden sie die Mehrkosten auf die Kunden überwälzen.

Die Swiss begründet die Einführung der Buchungsgebühr mit den höheren Kosten, die bei einer Buchung über eine globale Plattform anfallen. Bislang, so die Swiss, seien diese Mehrkosten pauschal an alle Kunden weitergegeben worden. Künftig sollen jene, die direkt bei den Unternehmen der Lufthansa-Gruppe buchen, nicht belastet werden.

Genau dies will der Schweizer Reise-Verband nicht akzeptieren und prüft nun, juristische Schritte gegen die Swiss beziehungsweise den Lufthansa-Konzern in die Wege zu leiten, wie Kunz gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» betont. Dies geschieht in Absprache mit dem europäischen Dachverband. Am Freitag fand dazu eine erste Telefonkonferenz statt. Weitere folgen in den nächsten Tagen und Wochen. Gleichzeitig setzt der Reise-Verband auf die Unterstützung der Reisebüros. Sie können, wo immer möglich und wo dies nicht die Interessen der Kunden tangiert, auf die Angebote der Konkurrenz setzen. «Es muss der Swiss wehtun. Nur so können die Reisebüros sie zum Umlenken bewegen», so Walter Kunz. An Alternativen mangelt es nicht. Der Flugverkehr leidet an Überkapazitäten. «Und Airlines wie Emirates oder Etihad müssen den Vergleich mit der Swiss schon lange nicht mehr scheuen», wirft Walter Kunz ein.

Für die Swiss könnte die Einführung der Buchungsgebühr noch zu einem heissen Ritt werden. 60 Prozent aller Flugtickets werden heute über Reisebüros verkauft.

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