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FORSCHUNG: Neue Anreize für die Pharmafirmen

Selbst für Medikamente, die schon länger auf dem Markt sind, gibt es oft keine Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit in jüngeren Altersgruppen. Das gilt laut dem Bundesamt für Gesundheit insbesondere für Neugeborene und Kleinkinder. Ein Grund dafür sind einerseits ethische Hemmungen: «Kleinkinder kann man nicht fragen, ob sie an einer Studie teilnehmen wollen», sagt Christoph Berger, Arzt am Kinderspital Zürich. Andererseits ist es für die Pharmaunternehmen meistens auch schlicht nicht lukrativ genug, in die Forschung von Kindermedikamenten zu investieren: Es gibt weniger Kinder als Erwachsene, und der Markt ist zu klein. Der Bund will neue Anreize schaffen zur Entwicklung von Kindermedikamenten: Wenn Arzneimittelhersteller Studien zu Kindermedikamenten durchführen und damit Anwendungsmöglichkeiten in der Pädiatrie aufzeigen, erhalten sie für ihre patentierten Erfindungen Schutzverlängerungen von sechs Monaten. Dies soll laut dem Bundesrat die erhöhten Forschungs- und Entwicklungskosten der Pharmafirmen zumindest zum Teil ausgleichen.

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement hat im Juni die entsprechende Änderung der Verordnung über die Erfindungspatente in die Vernehmlassung geschickt, die noch bis zum 20. Oktober 2017 dauert. Die Schweiz ist damit im internationalen Vergleich spät dran: Entsprechende Regelungen gibt es in der Europäischen Union seit dem Jahr 2007, in den Vereinigten Staaten sogar schon seit 1997. (mbu)

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