Kommentar

Franken gerät in Sog des Corona-Virus: Die Nationalbank kann nicht helfen

Die Schweizer Währung wird wieder stärker, weil Unsicherheit über die Auswirkungen der Krankheit auf die Weltwirtschaft herrscht. Von der Nationalbank ist wenig Hilfe zu erwarten. 

Daniel Zulauf
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Brennt es irgendwo in der Wirtschaftswelt, steigt der Franken. Aktuell ist es das Corona-Virus. Viele Investoren befürchten offenbar, dass das Virus das globale Wirtschaftswachstum soweit bremsen kann, dass tiefer liegende Ungleichgewichte wie beispielsweise die hohe Verschuldung verschiedener Staaten im Euro-Raum die Gemeinschaftswährung destabilisieren könnte.

Für viele Schweizer Exportfirmen und den Tourismus stellen die wiederkehrenden Aufwertungsschübe eine Belastung dar. Ihre Produkte werden teurer und dies in einem Umfeld, in dem der Preiswettbewerb im Zug der schwachen Nachfrage ohnehin intensiver wird. Von der Nationalbank ist kurzfristig wenig Hilfe zu erwarten. Seit Januar steht die Schweiz wieder auf der amerikanischen Liste potenzieller Währungsmanipulatoren. Donald Trump würde kaum zögern, unser Land mit Sanktionen zu belegen, wenn die Nationalbank zu viel für einen schwächeren Franken unternähme.

Sollte die Schweiz ob dieser Herausforderungen den Franken aufgeben und den Euro zum offiziellen Zahlungsmittel erheben? Solche Gedanken mögen im aktuellen Umfeld verlockend sein. Doch sie verkennen, dass der Franken im Lauf seiner über 150-jährigen Geschichte viel zum Wohlstand beigetragen hat. Das zeigt nicht zuletzt sein derzeitiger Status als sicherer Hafen, den er sich etwa durch die im internationalen Vergleich markant tiefere Inflation erworben hat.