Rheintalsperre
Für Deutschlandreisen gibt es nun wieder erste Sparbilletts

Wegen der abgesackten Geleise bei Rastatt (D) müssen Deutschlandreisende ab Basel nun sogar bis zum 7. Oktober längere Reisezeiten und mühseliges Umsteigen in Kauf nehmen. Besonders störend: Für den schlechteren Service müssen sie meist auch noch mehr bezahlen.

Daniel Fuchs
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Hier fährt bis zum 7. Oktober kein Zug mehr: Abgesackte Schienen bei Rastatt (D). Keystone

Hier fährt bis zum 7. Oktober kein Zug mehr: Abgesackte Schienen bei Rastatt (D). Keystone

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Wer nun mit dem Zug nach Deutschland fahren will, muss sich nicht nur wegen des erhöhten Zeitaufwands informieren, es lohnt sich auch ein Blick auf die Billettpreise. Viele Schweizer, die häufig nach Deutschland fahren, buchen Spartickets für den ICE bei der Deutschen Bahn (DB) auf www.bahn.de Wer früh genug bucht, findet dort Fahrkarten, die zum Teil weit günstiger sind, als wenn man bei der SBB bucht.

Schnäppchenjäger staunten aber nicht schlecht, als sie nach dem Wassereinbruch einer Bahntunnelbaustelle bei Rastatt in der Nähe von Baden-Baden vor bald zwei Wochen plötzlich keine günstigen Tickets mehr für Reisen Richtung Norden vorfanden.

Spartickets an Zug gekoppelt

Und tatsächlich: DB hatte die Sparangebote auf den betroffenen Fernverkehrsstrecken wegen des Unterbruchs sistiert. Zugbindungen seien die Voraussetzung für Sparpreise, sagte ein DB-Sprecher gegenüber der „bz Basel / Die Nordwestschweiz“. Spartickets sind üblicherweise an die Benutzung eines bestimmten Bahnkurses gekoppelt. Weil die Reisenden in Rastatt respektive in Baden-Baden von ICE-Zügen auf Bahnersatzbusse umsteigen mussten und es zu weiteren Verspätungen kam, konnte DB die Zugbindungen nicht mehr garantieren.

Die absurde Folge: Reisende hatten nicht nur mit den Unannehmlichkeiten mehrfachen Umsteigens zu kämpfen, sondern mussten für den schlechteren Service auch noch tiefer in den Geldbeutel greifen.

Der Blick auf die Ticketpreise zeigt nun: Es sind wieder Sparbillets verfügbar, zumindest für die nächsten Tage. Bis zum 9. September gibt es zum Beispiel für eine Fahrt von Basel Bad nach Frankfurt am Main Tickets für 33.90 Euro. Das ist weniger als die Hälfte des regulären Tarifs von 83 Euro.

Die gute Nachricht für Bahnkunden gilt jedoch nur beschränkt. Denn ab dem 10. September sind auf www.bahn.de wieder nur Tickets für 83 Euro zu haben. Dazu steht „keine Sonderangebote verfügbar“.

Schaltet DB noch Spartickets auf?

Was also gilt jetzt? Offenbar sind nun doch Sparangebote möglich für Verbindungen ohne Zugbindung. Die Störung bei Rastatt soll gemäss DB am 7. Oktober diesen Jahres behoben werden. Ob auch im restlichen Zeitraum bis dahin wieder Sparbilletts verfügbar sein werden oder nicht, ist noch unklar. Gut möglich, dass DB daran ist, sie nach und nach aufzuschalten.

Eine Sprecherin der DB nimmt gegenüber der "Nordwestschweiz" dazu folgendermassen Stellung: "Zunächst wurde ein Ersatzfahrplan bis zum 9. September veröffentlicht. Erst, wenn die Fahrpläne eingestellt sind, ermittelt ein Prognosesystem die Sparpreise." Dies erkläre, warum erst bis zum 9. September Sparpreise-Angebote abgerufen werden könnten.

Schritt für Schritt würden nun die Ersatzfahrpläne bis zur Wieder-Inbetriebnahme der gesperrten Strecke aktualisiert. Nach und nach würden nun also auch für die Zeit zwischen dem 10. September und dem 7. Oktober Spartickets aufgeschaltet, verspricht Deutsche Bahn.

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