Gäste, Proteste und die Kosten: Das müssen Sie zum WEF 2020 wissen

Am Dienstag beginnt das 50. World Economic Forum. Mit diesen Fakten sind Sie gerüstet für das Treffen in Davos.

Fabienne Mühlemann
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Was ist das WEF?

Das World Economic Forum (WEF) ist eine gemeinnützige Stiftung, die vor allem für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen in Davos bekannt ist. In diesem Jahr findet es vom 21. bis 24. Januar statt. Beim Treffen im modernen Kongresszentrum Davos kommen international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Medienschaffende zusammen, um über die aktuellsten Fragen der Welt zu diskutieren. Gründer des WEF ist Klaus Schwab.

Wer kommt ans WEF?

Insgesamt sind für das WEF mehr als 3000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur angemeldet. 53 davon sind Staats- und Regierungschefs.

Mitten in der Nahostkrise und dem Impeachment hat auch Donald Trump seinen Besuch in Davos angekündigt. Auch der Präsident der Ukraine kommt nach Davos. Wolodimir Selenskis Besuch ist in doppelter Hinsicht brisant: Zum einen wegen des Flugzeugabsturzes einer ukrainischen Maschine, welcher mehr als 170 Menschen das Leben kostete. Die USA und Kanada vermuten, dass der Iran den Flieger versehentlich mit einer Rakete abgeschossen hat. Zum anderen wegen des Impeachments. Denn dass gegen Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, liegt an einem Telefonat, das Trump mit Selenski geführt hatte.

Diese Köpfe prägen das diesjährige World Economic Forum:

Diese Köpfe prägen das WEF 2020: Donald Trump, Präsident USA
26 Bilder
Barham Salih, Präsident Irak
Wolodimir Selenski, Präsident Ukraine
Ursula von der Leyen, Präsidentin EU-Kommission
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
Die Schweizer Bundesräte Viola Amherd, Guy Parmelin, Alain Berset, Simonetta Sommaruga, Ignazio Cassis, und Karin Keller-Sutter werden das WEF besuchen. Ueli Maurer bleibt gemäss Gästeliste fern.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin Deutschland
Mit im Gepäck hat Merkel ihre mögliche Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer.
Royaler Besuch: Prinz Charles wird vor Ort sein.
Italiens Premierminister Giuseppe Conte
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz
Greta Thunberg, Klimaaktivistin
Fürst Albert II. von Monaco
Sanna Marin, Premierministerin Finnland
Han Zheng, Vizepräsident China
Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz
Angel Gurria, Generalsekretär OECD
Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär
Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
Aleksandar Vucic, Präsident Serbien
Adrian Hasler, Präsident Liechtenstein (hier mit Alain Berset)
Der US-Finanzminister Steven Mnuchin
Der US-Handelsminister Wilbur Ross
Die US-Transportministerin Elaine Chao
Trumps Tochter Ivanka reist ebenfalls ins Bündnerland. Ihr Ehemann Jared Kuchner wird sie begleiten.
Der US-Demokrat und Umweltaktivist Al Gore reist ebenfalls ans WEF.

Diese Köpfe prägen das WEF 2020: Donald Trump, Präsident USA

Evan Vucci, AP

Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg kommt ins Bündnerland und wird den Akteuren ins Gewissen reden. In diesem Jahr sind ausserdem alle sieben Schweizer Bundesräte anwesend.

Die Kritik am WEF

Der Widerstand gegen das WEF wird wieder stärker. Nachdem sich zuletzt nur noch Linksradikale, die Juso und lokale Kräfte aus Graubünden gegen das Treffen von Staats- und Wirtschaftschefs auf die Strasse gewagt hatten, ist in diesem Jahr eine Zunahme an Aktivitäten von WEF-Gegnern zu verzeichnen. So gingen beispielsweise am 11. Januar in Luzern rund 250 Menschen auf die Strasse.

Demonstration gegen das WEF in Luzern

Demonstration gegen das WEF in Luzern

Urs Flueeler, KEYSTONE, Luzern, 11. Januar 2020

Über 10'000 Personen versammelten sich am Freitag in Lausanne zu einem Klimaprotest. Mit dabei war auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg. In einer Rede kritisierte sie, dass noch immer zu wenig gegen den Klimawandel gemacht werde:

Aktivisten brachen am Sonntag zu einer «Winterwanderung für Klimagerechtigkeit» von Landquart nach Davos auf. Nach Zwischenhalten in Schiers und Klosters wollen die Organisatoren zum WEF-Auftakt am 21. Januar in Davos eintreffen, wo sie an einer Juso-Demonstration teilnehmen werden.

Die Kosten für das WEF

Die Kosten gaben im Vorfeld zu reden. Das WEF selber zahlt 2,25 Millionen Franken für den Schutz der Teilnehmer. Dabei ist der tatsächliche Aufwand massiv höher: Der Kanton Graubünden alleine rechnet mit rund 9 Millionen Franken Kosten für die öffentliche Hand. 32 Millionen Franken verbucht der Bund, etwa für die Überwachung des Luftraumes, für Transportflüge für Staatschefs oder für die Bewachung von Objekten.

Auch die übrigen Kantone zahlen an das WEF. Da Graubünden selber nicht genügend Polizisten zur Verfügung hat, müssen auch solche aus dem Unterland anreisen. Für diesen Einsatz erhalten die Kantone pro Mann und Tag 600 Franken. Dies decke die tatsächlichen Kosten gemäss Kantone längst nicht.

Noch bis Ende 2021 dauert die Vereinbarung mit dem WEF über die Zahlung der 2,25 Millionen Franken. Wird der Kanton Graubünden danach vom WEF mehr Geld verlangen?

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