GENF: Ueli Maurer eröffnet 83. Automobil-Salon

Bundespräsident Ueli Maurer hat am Donnerstag den 83. Internationalen Automobil-Salon in Genf eröffnet. Der Verteidigungsminister zog dabei augenzwinkernd einen Vergleich zwischen dem Kauf eines Autos und dem Kauf eines Kampfflugzeugs.

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Hat sichtlich Spass: Bundespräsident Ueli Maurer am Donnerstag in einem Toyota GT. (Bild: Keystone)

Hat sichtlich Spass: Bundespräsident Ueli Maurer am Donnerstag in einem Toyota GT. (Bild: Keystone)

In der Schweiz verhalte es sich mit Autos ein wenig wie mit Kampfflugzeugen: Man stelle sie hier nicht her, sagte Maurer in seiner Eröffnungsrede vor geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft.

«Nach dieser Woche kann ich Ihnen sagen, dass es viel einfacher ist, ein Auto zu kaufen, als ein Flugzeug», sagte Maurer. Am Dienstag hatte der Ständerat dem Kauf des Kampfflugzeugs Gripen zwar zugestimmt, aber überraschend kein Geld dafür freigegeben.

Das Auto spiegle auch die globalisierte Welt, sagte Maurer. Er sei mit einem deutschen Auto nach Genf gekommen, aber es sei ein japanisches, das ihn am Wochenende nach Hause bringe. Danach begab sich Maurer auf einen Rundgang durch den Automobil-Salon.

Königsegg präsentiert den neuen Agera S Hundra. Das Spezielle: Das Einzelstück ist auf seinem Carbonkleid mit Blattgold verziert. Der Bolide hat 1030 PS und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. (Bild: Keystone)
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Hybridtechnologie vom Feinsten: «La Ferrari» vom gleichnamigen italienischen Hersteller, 916 PS (800 Benzin-PS und 163 Elektro-PS), was ihn in weniger als sieben Sekunden von 0 auf 200 schiessen lässt. (Bild: Keystone)
Der Lamborghini Veneno hat 750 PS und beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. (Bild: Keystone)
Nur vier Exemplare, und drei werden verkauft: Der Lamborghini Veneno. (Bild: Keystone)
Elektro-Bus Rinspeed microMAX: Alle Insassen finden angeschnallt auf sogenannten Stehsitzen Platz und verbrauchen so deutlich weniger Innenraum-Fläche als bei konventionellen Sitzen. (Bild: Keystone)
Für Loungefeeling im Rinspeed microMAX sorgen Kaffeemaschine, Kühlschrank und die Möglichkeit für ein mobiles Büro. (Bild: Keystone)
Ziemlich schräg: Toyota präsentiert seinen i-Road als «Stadtauto der Zukunft». Mit 2,7 PS und einem Elektroantrieb schafft das Auto eine Reichweite von 50 Kilometern. (Bild: Keystone)
Der «Innovative Mobility Automobile Colibri» (IMA-Colibri) ist ein einsitziges Elektrofahrzeug mit lediglich 440 Kilogramm Gesamtgewicht. Laut Herstellerangaben soll mit dem Auto eine maximale Reichweite von 110 Kilometern möglich sein. Die Ladung an einer herkömmlichen Steckdose beträgt zwei Stunden. (Bild: Keystone)
Schweiz-Premiere: Der neue McLaren P1 für 1,18 Millionen Euro. (Bild: Keystone)
Der Volkswagen VW Prototype XL1 wird in nur 50 Fahrzeugen produziert. Laut VW liegt der Verbrauch bei 0,9 Litern pro 100 km. (Bild: Keystone)
Der KTM X-Bow GT hat kein Dach, dafür aber Windschutzscheiben sowie 285 PS, eine Europapremiere. (Bild: Keystone)
Der Pagani Huayra ist ein Supersportwagen, der seit 2011 von Pagani im italienischen Modena gefertigt wird. (Bild: Keystone)

Königsegg präsentiert den neuen Agera S Hundra. Das Spezielle: Das Einzelstück ist auf seinem Carbonkleid mit Blattgold verziert. Der Bolide hat 1030 PS und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. (Bild: Keystone)

Velofahren als Kompensation

Der Verteidigungsminister zeigte sich beeindruckt von den Modellen und dem technologischen Fortschritt. Beim Rundgang schaute er sich auch Autos mit Gas- und Elektroantrieb an. Ein ökologisches Auto will sich Maurer allerdings zurzeit nicht kaufen.

Er bevorzuge ein sportliches Auto und fahre viel Velo, das sei seine Art der Kompensation. Zum Kampfflugzeug sagte Maurer nach dem Rundgang, dass man wohl Erfolg haben werde. Dies werde aber noch viel Zeit beanspruchen.

Alfa Romeo C4: Das Leistungsgewicht des schnittigen Mittelmotorsportlers C4 mit spritzigem 4-Zylindermotor liegt bei unter 4 kg/PS. (Bild: PD)
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Aston Martin Rapide S: Der auch optisch klar athletischer wirkende Rapide S bietet mit 558 PS neu 17 Prozent mehr Leistung unter der Haube. (Bild: PD)
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Bentley Flying Spur: Besonders auffällig bei der britischen Luxuslimousine ist das neue Heck mit den in Chrom eingefassten Rückleuchten. (Bild: PD)
BMW 3er GT: Nach Limousine und Kombi zeigen die Bayern nun am Genfer Salon erstmals die dritte Karosserie-Variante ihrer 3er Reihe. (Bild: PD)
Cadillac ELR: Mit 207 PS und 400 Nm ist der US-Stromer mit Reichweitenverlängerer deutlich kräftiger als sein Technikbruder Opel Ampera. (Bild: PD)
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Citroën Technospace Concept: Die schon sehr seriennah wirkende Studie der Franzosen lässt erahnen, wie der neue C4 Picasso aussehen könnte. (Bild: PD)
Dacia Dokker: Der 4,36 m kurze Cityvan bietet Platz für 5 Personen und hat dennoch locker Platz für 800 Liter Stauraum. (Bild: PD)

Alfa Romeo C4: Das Leistungsgewicht des schnittigen Mittelmotorsportlers C4 mit spritzigem 4-Zylindermotor liegt bei unter 4 kg/PS. (Bild: PD)

Auf dem Weg durch die Halle traf der Tross mit dem Bundespräsidenten auf den neunfachen Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb. Der Franzose und Maurer unterhielten sich kurz.

Nach seinem Rundgang traf er am Stand des Touring Club Schweiz (TCS) eine Gruppe Erstklässler aus der Genfer Gemeinde Grand- Saconnex. Wie die Kinder der Primarschulklasse streifte sich auch Maurer eine Sicherheitsweste über.

Trotz Krise alle Ausstellungsflächen vergeben

Der Präsident des Automobil-Salons, Maurice Turrettini, wies darauf hin, dass trotz sehr unterschiedlichen Resultaten in der Autoindustrie alle Ausstellungsflächen reserviert worden seien. Das sei erfreulich.

Er wertete die als Beweis für die Wichtigkeit der Ausstellung während der Krise. Der Salon erlaube den Marken, der Öffentlichkeit die neusten Modelle und die fortschrittlichsten Technologien vorzustellen.

Unterschriftensammlung für Verkehrs-Initiative

Salon-Präsident Turrettini äusserte sich in seiner Eröffnungsrede auch zu aktuellen politischen Vorlagen. So lobte er die Initiative «Für eine faire Verkehrsfinanzierung», deren Unterschriftensammlung am Dienstag begann.

Die Volksinitiative will dafür sorgen, dass Abgaben der Strassenbenützer ausschliesslich der Strasse zugutekommen. Er sei sich sicher, dass eine Mehrheit der Schweizer Besucher des Automobil- Salons begeistert sei von diesem Anliegen.

Der Internationale Automobil-Salon ist noch bis am 17. März geöffnet. Während elf Tagen werden auf dem Messegelände Palexpo beim Genfer Flughafen rund 700'000 Besucher erwartet. Am Salon sind 260 Aussteller aus 30 Ländern vertreten. Sie zeigen 130 Premieren.

sda