GENTESTS: Brustkrebs: BAG lässt Betroffene hängen

Kassen dürfen den sogenannten Jolie-Test nicht mehr bezahlen. Das Nach- sehen haben Patientinnen.

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Die Schauspielerin Angelina Jolie hat nach einem Gentest ihre Brüste amputieren lassen. In der Schweiz dürfen die Krankenkassen solche Tests derzeit nicht finanzieren. (Bild: Keystone)

Die Schauspielerin Angelina Jolie hat nach einem Gentest ihre Brüste amputieren lassen. In der Schweiz dürfen die Krankenkassen solche Tests derzeit nicht finanzieren. (Bild: Keystone)

fak. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will den Krankenkassen nicht erlauben, im Ausland durchgeführte Gentest, mit welchen das Risiko für Brustkrebs ermittelt werden kann, im Rahmen der Grundversicherung zu vergüten. Es werde ein Rundschreiben versenden, in dem die Kassen daran erinnert werden, dass nur im Inland erbrachte Leistungen bezahlt werden dürfen, bestätigt das Amt. Halten sich Kassen nicht daran, droht ihnen eine Busse von bis zu 5000 Franken.

Myriad-Gesuch abgelehnt

Anlass für den Mahnbrief ist der BRCA-Test der amerikanischen Firma Myriad. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt und patentieren lassen, mit dem die Ergebnisse schneller, zuverlässiger und günstiger vorliegen als bei anderen Anbietern. Es führt die Test aber im US-Bundesstaat Utah und in München durch.

Ein Gesuch, mit dem Myriad die Vergütung von in München durchgeführten Tests beantragt hatte, hat das BAG abgelehnt. Mit der Begründung, dass andere BRCA-Tests in der Schweiz verfügbar seien und die Resultate «in nützlicher Frist» vorlägen. Schweizer Labors liefern die Ergebnisse nach drei bis sechs Monaten, Myriad zumeist nach zwei Wochen.

Krebsliga fordert Lösung

Die Krebsliga Schweiz fordert nun Krankenkassen und BAG auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. «Der Service für die betroffenen Patienten muss wichtiger sein als Landesgrenzen», sagt Präsident Jakob R. Passweg.

fak

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