GESPRÄCHE: Verdingkinder: Sommaruga eröffnet Runden Tisch

Nachdem einige Vertreter von Betroffenen eine Teilnahme abgesagt hatten, gab es ein Umdenken. Das Netzwerk Verdingt sitzt wieder am Tisch.

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Betroffene diskutieren mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga bei einem Gedenkanlass für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen von Mitte April n Bern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Betroffene diskutieren mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga bei einem Gedenkanlass für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen von Mitte April n Bern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

red. Am kommenden Donnerstag wird der Urner alt Ständerat Hansruedi Stadler bekanntgeben, wann der erste Runde Tisch zum Verdingkindwesen stattfindet. Schon jetzt ist klar, dass an diesem ersten Treffen auch Justizministerin Simonetta Sommaruga teilnehmen wird, wie Stadler gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» bestätigt. «Dieser Termin ist mit Frau Bundesrätin Sommaruga koordiniert», sagt er. « Damit will sie ganz bewusst auch die Bedeutung der kommenden Arbeit des Runden Tisches unterstreichen.»

Nötig geworden war diese Geste, nachdem es von Seiten der Betroffenen Zweifel an der Ernsthaftigkeit der anderen Teilnehmer gegeben hatte. So hatte das Netzwerk Verdingt seine Teilnahme am Runden Tisch abgesagt. Nun will man aber doch an den Gesprächen teilnehmen, wie Präsident Walter Zwahlen Recherchen der «Zentralschweiz am Sonntag» bestätigt.

Noch zögerlich gibt sich Sergio Devecchi. Er hatte dem Runden Tisch Anfang Woche eine Abfuhr erteilt und fordert weiterhin ein klares Mandat der Landesregierung: «Der Bundesrat den Runden Tisch in Kraft setzen und definieren, welche konkreten Lösungen er erarbeiten soll, etwa eine Regelung zur finanziellen Entschädigung, die Einrichtung eines Härtefallfonds und ein Mandat für die Art und dem Umfang der historischen Aufarbeitung. « Wenn seine Bedingungen erfüllt seien, werde Devecchi am Runden Tisch teilnehmen. «Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir Betroffenen verheizt werden», sagt er. «Die Erwartungen der Opfer im Land sind enorm. Als ihr Vertreter muss einhundertprozentig sicher sein, dass man hinter dem Gremium stehen kann. Sonst droht man, zum Verräter an den Opfern zu werden.»

<em>Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der Printausgabe oder im E-Paper der &laquo;Zentralschweiz am Sonntag&raquo; vom 11. Mai 2013. </em>