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144000 Frauen und Männer leiden an Demenz

Die Schweizerische Alzheimervereinigung korrigiert ihre bisherigen Schätzungen deutlich nach oben.
Eva Novak

Demenz stellt nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen vor enorme Herausforderungen, sondern die ganze Gesellschaft. Und das in zunehmendem Mass, denn mit der steigenden Lebenserwartung wächst auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Hoffnung weckten in letzter Zeit Studien etwa aus Grossbritannien, wonach die Anzahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren gesunken ist. Für die Schweiz gibt es keine solchen Untersuchungen. Doch neueste Schätzungen der Vereinigung Alzheimer Schweiz relativieren diese Resultate und die damit verbundenen Hoffnungen.

Deutlich mehr Frauen betroffen

Noch im vergangenen Jahr ging die gemeinnützige Organisation davon aus, dass «nur» rund 120 000 Menschen in unserem Land von Demenz betroffen seien. Das lag bereits deutlich über der Schätzung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), welches vergangenen November von rund 110 000 Betroffenen sprach. Jetzt zeigt sich aber, dass beide Annahmen viel zu optimistisch waren: Alzheimer Schweiz kommt in der Hochrechnung auf 144 000 demenzkranke Frauen und Männer (sieh auch Grafik).

Vor allem bei den Frauen in höherem Alter wurden die Zahlen nach oben korrigiert. Diese sind ohnehin sehr viel stärker betroffen als Männer: Sie stellen rund einen Drittel der Demenzkranken – aus Gründen, über welche die Fachwelt nach wie vor rätselt. Dass Frauen älter würden, erkläre den Unterschied nur zum Teil, sagt Katja Remane von Alzheimer Schweiz.

Sicher ist hingegen, dass die gestiegenen Schätzungen nicht etwa bedeuten, dass die Zahl der Demenzkranken in kurzer Zeit explosionsartig angestiegen wäre. Vielmehr hat Alzheimer Schweiz die Berechnungsgrundlage für die sogenannten Prävalenzzahlen geändert. Diese geben Auskunft über die Häufigkeit von Demenz in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Seit diesem Jahr greift die Vereinigung auf sogenannte EuroCoDe-Daten zurück – eine aktuellere und zuverlässigere Quelle als die bis anhin verwendete, die überdies einen besseren Vergleich mit anderen europäischen Ländern ermöglicht. Daraus entnimmt Alzheimer Schweiz die Häufigkeitsraten für Demenz in einzelnen Altersgruppen und pro Geschlecht und wendet sie auf Schweizer Bevölkerungszahlen und -prognosen des Bundesamtes für Statistik an.

Das Resultat: Wenn bis ins Jahr 2045 kein wirksames Mittel gegen Demenz gefunden wird, wird je nach Bevölkerungsentwicklung mit zwischen 314 000 und 351 000 Erkrankten in der ganzen Schweiz gerechnet. Dies, obwohl das individuelle Risiko, an Demenz zu erkranken, dank gesunder Ernährung und Bewegung sinkt. Mit der steigenden ­Lebenserwartung steige aber auch die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, erklärt Alzheimer Schweiz den schein­baren Widerspruch.

Offizielle Zahlen in weiter Ferne

Weiterhin gar keine Zahlen hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) anzubieten. Das Amt plant zwar keine aufwendigen epidemiologischen Studien, will aber im Rahmen der nationalen Demenzstrategie bestehende Daten zum Thema zusammenführen. Doch das brauche «enorm viel Zeit», bedauert BAG-Projekt­leiterin Pia Oetiker.

Im Moment schalte man Daten aus der Todesursachenstatistik und der medizinischen Statistik der Krankenhäuser auf der Demenz-Seite im Internet auf. Das ist aber nur ein Teil. Bis man genau weiss, wie viele Menschen in der Schweiz mit Demenz in ­Alters- und Pflegeheimen leben, sich von Angehörigen und der Spitex pflegen und vom Hausarzt behandeln lassen, werden laut Oetiker noch «fünf bis zehn Jahre» vergehen.

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