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GESUNDHEIT: Katerstimmung bleibt trotz Anstieg aus

2016 fällt der Prämienanstieg geringer aus als erwartet. Dabei bleiben die Innerschweizer Prämien schweizweit am niedrigsten. Ein Rezept gegen den stetigen Anstieg ist aber nicht gefunden.
Die Krankenkassenprämien in der Schweiz steigen durchschnittlich um vier Prozent. Im Bild: Versicherungskarten diverser Anbieter. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Die Krankenkassenprämien in der Schweiz steigen durchschnittlich um vier Prozent. Im Bild: Versicherungskarten diverser Anbieter. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Deborah Stoffel

Die Krankenkassenprämien in der Schweiz steigen im kommenden Jahr weiter an. Mit 4 Prozent fällt der Anstieg aber moderater aus, als Schätzungen der Vergleichsdienste Comparis und Bonus.ch erwarten liessen. Die Zentralschweizer Kantone sind im schweizweiten Vergleich noch immer günstig, was die Gesundheitskosten angeht. In Franken liegen die Krankenkassenprämien in allen sechs Kantonen unter dem Schweizer Durchschnitt. Dieser beträgt nun 428 gegenüber 411 Franken im Vorjahr für Erwachsene (ab 26 Jahren). Der Kanton Luzern verzeichnet mit 4 Prozent denselben Prämienanstieg wie die Gesamtschweiz. Jedoch bezahlen eine erwachsene Person in Luzern 41 Franken, ein junger Erwachsener 38 und ein Kind 8 Franken weniger als der Durchschnittsschweizer.

Nidwalden schiesst oben hinaus

Wie bereits im letzten Jahr verzeichnet der Kanton Nidwalden den prozentual höchsten Anstieg in der Zentralschweiz, nämlich 5,4 Prozent (2015: +6,8 Prozent). Nidwalden liegt damit gleichauf mit dem Kanton Aargau. Einen höheren Anstieg müssen nur die Kantone Jura (7,4) und Neuenburg (8,2) hinnehmen. Bezug nehmend auf die trotz des Anstiegs noch immer tiefen Prämien, sagt die Nidwaldner Gesundheitsvorsteherin Yvonne von Deschwanden: «Die Höhe der Prämien in Nidwalden ist für das Jahr 2016 für Erwachsene, junge Erwachsene und bei den Kindern an zweittiefster Stelle der Schweiz.» Tiefer als in Nidwalden sind nur noch die Prämien in Appenzell Innerrhoden. Den geringsten Anstieg im Innerschweizer Vergleich kann der Kanton Uri mit 2,4 Prozent (2015: +4,1 Prozent) ausweisen. Damit liegt er schweizweit beim Prämienanstieg am zweittiefsten, direkt nach Appenzell Innerrhoden. Für Gesundheitsdirektorin Barbara Bär ist dies ein Zeichen, dass die Urner Gesundheitspolitik auf dem richtigen Weg ist. «Es hat sich ausbezahlt, dass wir zunehmend vernetzt arbeiten, um die Gesundheitskosten zu dämpfen und gleichzeitig die Qualität beizubehalten.»

Auch im Kanton Obwalden, der mit einem Prämienanstieg von 3,9 Prozent (2015: +6,2 Prozent) nahe am Schweizer Durchschnitt liegt, zeigt man sich erleichtert darüber, dass ein erneuter heftiger Anstieg für das Jahr 2016 ausgeblieben ist. Allerdings bleibe es für den Kanton schwierig, Massnahmen zu treffen, um den stetigen Anstieg der Gesundheitskosten zu dämpfen, sagt Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts in Obwalden. «Da man Ärzte und Spitäler frei wählen kann, bleibt uns nur der Appell, die Leistungen wenn möglich innerkantonal zu beziehen. Es ist aber illusorisch, zu meinen, dass die Leute so beeinflusst werden könnten.» Was vielen Leuten nicht bewusst sei, aber vielleicht doch in Erinnerung gerufen werden sollte, sei die Tatsache, dass spätestens ab 2017 alle Kantone 55 Prozent an jeden Spitalaufenthalt bezahlen müssten, sagt Csomor. Diese Anpassung könnte die kantonalen Prämien ab 2017 einander angleichen.

«Teils zu hohe Angebotsdichte»

Im Kanton Zug ist der Prämienanstieg mit 3,5 Prozent zwar unter dem Schweizer Durchschnitt, doch das stimmt Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann lange nicht euphorisch. «Die Prämienerhöhung ist substanziell.» Dass die Kosten im Gesundheitsbereich weiter ansteigen, führt er darauf zurück, dass auch im letzten Jahr mehr Leistungen erbracht und von der Bevölkerung bezogen worden seien. «Die Preise sind hingegen weitgehend stabil oder sinken sogar.» Das Gesundheitsamt nehme Einfluss auf diese Entwicklung, indem es sich im Prämiengenehmigungsprozess einschalte und mit den Leistungserbringern und Versicherern in direktem Kontakt stehe. Hürlimann sieht aber auch in der schweizweit «hohen, teils zu hohen, Angebotsdichte» einen Grund für die steigenden Gesundheitskosten. «Man muss sich nur einmal die vielen Spitäler im Umkreis von 30 Kilometern um Zug anschauen. In unserem Kanton haben wir die Anzahl Spitäler und Betten schon vor längerer Zeit halbieren können.» Ein solcher Bereinigungsprozess sei unvermeidlich.

Zugleich sei eine stärkere Kooperation über die Kantonsgrenzen hinweg nötig wie auch zwischen den Leistungserbringern, findet Hürlimann. «Genau deshalb werden die Kantone Uri, Schwyz und Zug im Psychiatriebereich künftig gemeinsam planen und die ambulanten Dienste sowie die Psychiatrische Klinik Zugersee unter einem Dach zusammenfassen.»

Luzern ist durchschnittlich

Landesweit steigen die Prämien um 4 Prozent an. Damit liegt der Kanton Luzern genau auf dem Schweizer Durchschnitt. Laut Hanspeter Vogler, Leiter des Luzerner Gesundheitsamts, ist der Anstieg logisch, wenn man bedenke, dass auch stetig mehr und bessere Leistungen bezogen würden. «Das hat seinen Preis. Im Restaurant kriegt man auch die Rechnung für das, was man konsumiert hat.»

Bild: Grafik: Oliver Marx

Bild: Grafik: Oliver Marx

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