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GESUNDHEITSDIREKTOREN: Entscheid im Kampf um den Enddarm

Die komplexen Spitaleingriffe sollen konzentriert werden. Das ist im Grundsatz zwar unbestritten. Im konkreten Einzelfall gibt es aber Widerstand.
Operation. (Symbolbild Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017))

Operation. (Symbolbild Corinne Glanzmann (Wolhusen, 27. April 2017))

Für viele Spitaldirektoren war der Wochenanfang kein Highlight. Grund für den schlechten Start: Die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) teilte mit, wer künftig in den schwierigen Disziplinen der Bauchchirurgie operieren darf – und wer nicht. Dabei müssen nicht nur die öffentlichen, sondern auch die privaten Spitäler bluten. Zum Beispiel in Aarau: Hier soll Hirslanden künftig weder an der Bauchspeicheldrüse noch an der Leber noch am Dickdarm tätig sein dürfen.

Der Ärger der Verschmähten ist einer mit Ansage. Das von der GDK eingesetzte und bestückte Beschlussorgan Hochspezialisierte Medizin (HSM) versuchte schon vor vier Jahren erstmals, die Viszeralchirurgie standortmässig zu konzentrieren und qualitativ zu stärken. Ohne Erfolg: Das Bundesverwaltungsgericht machte den Plänen aus formalen Gründen den Garaus. Rolf Widmer, Präsident des Beschlussorgans, hofft zwar nicht, dass dies in dieser Art abermals passieren wird. Aber: Zu Klagen werde es zweifellos kommen, macht sich der Glarner Gesundheitsdirektor keine Illusionen. Denn es gibt bei der Konzentration viele Verlierer. Pikanterweise auch in Widmers Heimatkanton: Das Kantonsspital Glarus fehlt auf der Liste.

Am augenfälligsten ist die Durchsetzung der Mindestfallzahl von 12 Eingriffen pro Disziplin bei den lukrativen Enddarmeingriffen: 50 Spitäler bewarben sich darum, 27 erhielten eine Zuteilung. Strittig ist in diesem Fall nicht nur der Entscheid an sich, sondern auch die Tatsache, dass Enddarmoperationen überhaupt von der HSM erfasst werden. Der Urner Spitaldirektor Fortunat von Planta findet stellvertretend für viele seiner Kollegen, die Regionalspitäler würden ohne Not geschwächt, wenn sie in dieser Disziplin leer ausgingen. «Wir sind nicht gegen die HSM und deren Umsetzung, aber nun ist die rote Linie überschritten», sagt von Planta. Es gebe andere Bereiche, wo das Eingreifen der HSM dringender und sinnvoller wäre.

Trotz Kritik aus den Reihen der Regionalspitäler: Auch in Zukunft umfasst die Liste der Institutionen mit komplexen Baucheingriffen immer noch über zwei Dutzend Häuser.

Nagelprobe für die Gesundheitsdirektoren

Allerdings: Ob die Zuteilungen übers Ganze Bestand haben werden, wird sich noch weisen müssen. Mitte Dezember wird die ­Anhörung darüber eröffnet, Ende Januar werden die Ergebnisse vorliegen. Und dann muss das HSM-Beschlussorgan Farbe bekennen. Bleibt es bei seinen Zuteilungen und riskiert Klagen? Oder macht es Konzessionen, um Rechtsfälle zu vermeiden? Ein Veto von zwei Gesundheitsdirektoren würde reichen, um den Enddarm endgültig aus der HSM zu verbannen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Balz Bruder

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