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GESUNDHEITSWESEN: Fast 18'000 Ärztinnen und Ärzte stellen Grundversorgung sicher

72 Prozent der Arztpraxen in der Schweiz sind Einzelpraxen. 28 Prozent sind Gruppenpraxen, in denen mehrere Ärzte arbeiten und sich Infrastruktur und Personal teilen. Fast ein Drittel der Weisskittel hat ein ausländisches Diplom. Das geht aus der ersten Erhebung des Bundesamt für Statistiken über Arztpraxen und ambulante Zentren hervor.
Sprechstunden-Situation bei einem Schweizer Hausarzt. (Symbolbild: Christian Beutler / Keystone)

Sprechstunden-Situation bei einem Schweizer Hausarzt. (Symbolbild: Christian Beutler / Keystone)

2015 zählte die Schweiz im ambulanten Bereich – also ausserhalb des Spitalsektors – insgesamt 14’217 Standorte. In diesen Arztpraxen und ambulanten Zentren waren knapp 17’600 Ärztinnen und Ärzte tätig. 28 Prozent davon haben ihre medizinische Grundausbildung ausserhalb der Schweiz absolviert.

Dies sind Ergebnisse der erstmals durchgeführten Erhebung «Strukturdaten der Arztpraxen und der ambulanten Zentren» des Bundesamts für Statistik (BFS), die am Dienstag publiziert worden ist.

Aus der Erhebung geht auch hervor, dass das Angebot der Hausärzte sich zunehmend mit demjenigen der Spitäler überlappt. Denn 48 Prozent der Praxis-Standorte erbrachten spezialmedizinische Leistungen. 37 Prozent bieten medizinische Grundversorgung an und 16 Prozent beides. Die Standorte mit medizinischer Grundversorgung (Allgemeine Innere Medizin, Pädiatrie, praktische Ärztin/praktischer Arzt) behandelten laut BFS am meisten Patientinnen und Patienten.

28 Prozent Gruppenpraxen

Gesundheitspraxis-Ketten mit vielen Standorten wie zum Beispiel die private Medbase-Gruppe, die einen Standort in Kriens plant (wir berichteten), sind noch die Ausnahme. Die meisten Arztpraxen und ambulanten Zentren umfassen nur einen Standort. 91 Prozent sind als Einzelunternehmen eingetragen. Fünf Prozent sind als Aktiengesellschaft und 2 Prozent als GmbH organisiert.

28 Prozent der Standorte von Einzelunternehmen waren Teil einer Gruppenpraxis, also 3540. 2015 gehörten 53 Prozent dieser Standorte (1890) zu einer Gruppenpraxis mit zwei Standorten, 22 Prozent mit drei (770) und 25 Prozent (880) mit vier oder mehr Praxen.

Hohes Aufwandniveau

Von 100 Schweizer Franken, die als Einzelunternehmen organisierte Arztpraxen mit ihrer Tätigkeit (medizinische Leistungen, Medikamente, Analysen usw.) erwirtschafteten, wurden im Durchschnitt 72 für die Aufwandsdeckung verwendet. Arztpraxen und ambulante Zentren mit einer anderen Rechtsform weisen höhere Aufwände aus. Im Durchschnitt flossen 90 von 100 erzielten Schweizer Franken in die Deckung der Betriebskosten.

mbe

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