Brüssel

Gotthard Basistunnel wird international ausgezeichnet

Das Gotthard-Basistunnel Projekt ist am Dienstag in Brüssel mit dem Europäischen Bahn-Award 2018 ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werde dem längsten Eisenbahntunnel der Welt Tribut gezollt, teilte die SBB mit.

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Das Gotthard-Basistunnel-Projekt ist mit dem Europäischen Bahn-Award 2018 ausgezeichnet worden. (Archiv)

Das Gotthard-Basistunnel-Projekt ist mit dem Europäischen Bahn-Award 2018 ausgezeichnet worden. (Archiv)

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Peter Jedelhauser, ehemaliger Leiter der Projektorganisation Nord-Süd Achse Gotthard (PONS), und Renzo Simoni, Ex-Geschäftsführer von AlpTransit Gotthard, nahmen die Auszeichnung entgegen.

Die beiden dankten an dieser Stelle all jenen, die am Projekt beteiligt waren. Es habe sich einmal mehr gezeigt, so Jedelhauser, dass trotz aller technischen und organisatorischen Fortschritte "letztlich der Mensch der entscheidende Erfolgsfaktor" bleibe.

Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück des europäischen Rhein-Alpen-Korridors für den Güterverkehr. Der Tunnel durch die Alpen sei "das schwierigste Stück" des Korridors, sagte Simoni. "Wir haben ganz Europa bewiesen, dass es möglich ist."

NEAT - 1992 bis heute:

Vor allem um die stark befahrenen Autostrassen zu entlasten, entschloss der Bund, ein Bahnnetz durch die Alpen zu bauen: Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale, kurz NEAT, war geboren.
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Auch die Landschaft soll geschützt werden, wie das in der Alpeninitiative 1994 gefordert wurde.
Und schliesslich hat das Ganze auch praktische Gründe: Die Zugfahrt nach Mailand verkürzt sich auf weniger als 3 Stunden: Bild der Mailander Scala.
Zürich und Lugano rückten 45 Minuten näher zusammen.
So sieht der Gotthard Basis-Tunnel, der am 1. Juni 2016 eröffnet wurde, von innen aus.
Adolf Ogi war während seiner Zeit als Bundesrat federführend für das NEAT-Projekt...
Er hat viel Werbung gemacht und erhielt 1992 vom Volk die Erlaubnis, Basis-Tunnels durch den Lötschberg und den Gotthard/Ceneri zu bauen.
Die Schweizer sind fasziniert von dem Projekt: Dem NEAT-Projekt wird ein eigenes Museum...
... sowie spezielle Briefmarken gewidmet...
... wie Handarbeit der Bauarbeiter.
... und Werbung bis nach Zürich gemacht.
Lange war das Gebiet eine einzige Baustelle.
Grosse Maschinen kamen dabei genau so zum Zug...
Der zum Projekt gehörige Lötschberg-Basistunnel wurde 2007 eröffnet.
Die Bohrmaschine "Sissi" durchbrach am 15. Oktober 2010 in Sedrun (GR) die Oströhre; die Weströhre folgte am 23. März 2011. Adolf Ogi (links) gratuliert seinem Nachfolger Moritz Leuenberger.
Historischer Moment: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann weiht den neuen Gotthard-Tunnel ein. Links SBB-Chef Andreas Meyer, rechts: Doris Leuthard 1. Juni 2016
Mit dabei waren auch zahlreiche hohe Persönlichkeiten wie der frühere französische Präsident François Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.
Was für ein grosser Moment! Die ersten Züge sind durch den neuen Gotthard-Basistunnel gefahren
Die Eröffnungsshow
Der Ceneri Basis-Tunnel, ein weiteres Projekt der Alpentransversale, soll derweil 2020 fertiggestellt sein.

Vor allem um die stark befahrenen Autostrassen zu entlasten, entschloss der Bund, ein Bahnnetz durch die Alpen zu bauen: Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale, kurz NEAT, war geboren.

Keystone

Gemäss Jedelhauser hat die Schweiz mit dem Basistunnel ausserdem bewiesen, dass "sie ein verlässlicher Partner für die Europäische Union" sei.

Anschlüsse noch nicht fertig

Angesprochen auf die noch immer nicht fertig gestellten Anschlüsse an den Grenzen zu Deutschland und Italien sagte Simoni: "Auch wenn es nur langsam vorwärts geht: Irgend wann wird dieser Korridor stehen" und die Schweiz habe hierbei eine Vorreiterrolle gespielt.

Nach 17-jähriger Bauzeit war der rund 57 km lange Gotthard-Basistunnel am 1. Juni 2016 mit einem fünfstündigen Festakt und viel Prominenz aus dem In- und Ausland offiziell eröffnet worden.

Der fahrplanmässige Betrieb des Personenverkehrs war am 11. Dezember 2016 aufgenommen worden. Der Güterverkehr durchquerte den Tunnel bereits ab dem 5. September.

Zum dritten Mal in die Schweiz

Der Europäische Bahn-Award wird seit 2007 jährlich vom Verband der Europäischen Bahnindustrie (Unife) und der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER) vergeben.

Es ist bereits das dritte Mal, dass der Award in die Schweiz geht: 2009 erhielt Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger den Preis und 2013 war es der ehemalige CEO der SBB, Benedikt Weibel.

Der Preis ist mit 10'000 Euro dotiert, welche die SBB vollständig gemeinnützigen Institutionen zukommen lassen wird. Ein Teil geht an die Stiftung Personalfonds der SBB, den anderen Teil erhält die Stiftung für Integration von Menschen mit Behinderungen in Graubünden.