Griechenland

Griechen protestieren gegen Sparpolitik - Schuh verfehlt Papandreou

Aus Protest gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung sind am Samstag in Thessaloniki rund 20'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Unter dem Motto "Es reicht - Den Preis der Krise sollen die Reichen zahlen" protestierten sie gegen Lohnkürzungen und Steuererhöhungen.

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Der bärtige Schuhwerfer wird überwältigt und weggetragen

Der bärtige Schuhwerfer wird überwältigt und weggetragen

Keystone

Die Demonstranten zogen in fünf Zügen durch die zweitgrösste Stadt des Landes. Ihr Ziel war die Messe von Thessaloniki, wo Regierungschef Giorgos Papandreou am Abend eine Eröffnungsrede hielt.

Dieser verteidigte in der Ansprache den Sparkurs seiner Regierung und rief die Griechen zu weiteren gemeinsamen Anstrengungen und Opfern auf. "Das ist ein Kampf um das Überleben Griechenlands. Entweder wir führen ihn alle zusammen oder wir werden alle zusammen untergehen", sagte Papandreou.

Ein 49-Jähriger, der am Nachmittag einen Schuh in Richtung Papandreou geworfen hatte, wurde vorübergehend festgenommen. Sein Ziel hatte der Werfer verfehlt.

Um eine Staatspleite zu verhindern, hatten die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds Griechenland Kredithilfen in Höhe von bis zu 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre zugesagt. Im Gegenzug musste sich die griechische Regierung zu rigiden Sparplänen verpflichten.

Griechenland muss alleine in diesem Jahr sein Staatsdefizit von fast 13 Prozent auf rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. Deshalb gibt es Einschnitte in fast allen Bereichen, unter anderem wurden das Rentenalter erhöht und die Renten im Schnitt um sieben Prozent gekürzt.