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Gripen erhält unter Viola Amherd als VBS-Chefin Aufwind

Mit Viola Amherd als VBS-Chefin steigen laut Beobachtern die Chancen, dass der Gripen das neue Kampfflugzeug der Schweiz wird.
Henry Habegger

Für die meisten Experten war es eine klare Sache. Der französische Rafale aus dem Hause Dassault hatte die besten Karten im Milliardenpoker um neue Kampfjets für die Schweiz. Nicht nur gilt das Flugzeug als vielseitig und erprobt. Das Rafale-Lager rechnete sich zudem gute Chancen aus, weil Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) sowie Exponenten aus seinem Umfeld aus der französischsprachigen Schweiz stammten.

Das war einmal. Mit der Oberwalliserin Viola Amherd als neuer Verteidigungsministerin werden die Karten im Acht-Milliarden-Deal für eine neue Schweizer Luftverteidigung neu gemischt.

Anhänger des schwedischen Jets schöpfen Zuversicht

Morgenluft wittern jetzt in erster Linie die Anhänger des 2014 am Volk gescheiterten schwedischen Gripen-Kampfjets. Das hängt zusammen mit der CVP, der Partei der neuen Departementschefin Viola Amherd. Der Gripen hat in der Schweiz eine langjährige CVP-Tradition, wie argwöhnische Beobachter dieser Tage mit einiger Beunruhigung vermerken. Die illustre PR-Agentur Hirzel Neef Schmid Konsulenten, die den Gripen seit Jahren betreut, ist tief im CVP-Milieu verwurzelt. Sie habe jetzt einen direkten Draht ganz oben ins VBS, meint ein Lobbyist, der für die Konkurrenz aktiv ist. Victor Schmid, Gründungsmitglied der Konsulenten und ein rühriger Gripen-Promotor, war einst persönlicher Mitarbeiter und Informationschef von CVP-Bundesrat Flavio Cotti. Aloys Hirzel, zweiter von drei Gründungspartnern, sass in den Achtzigerjahren für die CVP im Gemeindeparlament von Dietikon ZH. Die Agentur ist seit je gut vernetzt in Bern. Das zeigte sich schon bei der letzten Ausmarchung. Saab gewann mit seinem Gripen E den Typenentscheid, obwohl das Flugzeug noch gar nicht im Einsatz war. Dieses Problem hat der Gripen heute immer noch, wenn auch in vermindertem Ausmass.

Der Gripen E, den die Schweiz 2014 kaufen wollte, ist nach wie vor nicht fertig entwickelt, geschweige denn in Einsätzen erprobt. Am 26. November absolvierte der zweite Prototyp seinen Jungfernflug. Der Flug dauerte 33 Minuten. «Der Pilot führte eine Anzahl Aktionen durch, um Flugcharakteristika und verschiedene Testkriterien zu bestätigen», teilte Saab damals mit. Der Wechsel Parmelin zu Amherd könnte dem Gripen auch auf der Zeitachse helfen, glauben Experten. Denn bereits zwischen April und Juni 2019, so der Fahrplan unter Parmelin, sollte die Flug- und Bodenerprobung der offerierten Jets stattfinden. Für den Gripen ist das keine günstige Ausgangslage.

Was geschieht mit den Plänen des Vorgängers?

Jetzt könnte sich das Prozedere aber verzögern. Denn ob die neue VBS-Chefin die Pläne ihres Vorgängers einfach so übernimmt, ist unklar. Zumal sich im Parlament, vor allem in den Reihen von FDP und CVP, massiver Widerstand gegen den von Parmelin vorgespurten Planungsbeschluss zum Milliardendeal Luftverteidigung manifestierte. Sicherheitspolitiker namentlich aus den Reihen der CVP raten Amherd jetzt dringend, auf die Bremse zu treten, wie der «Tages-Anzeiger» kürzlich berichtete.

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