Verkehrsunfälle: Grosse kantonale Unterschiede

In Schaffhausen und Nidwalden gibt es deutlich mehr schwere Unfälle pro Einwohner als in Basel-Land und Freiburg. ­ Die Genfer verunfallen am häufigsten in betrunkenem Zustand – die Jurassier, weil sie zu stark aufs Gaspedal drücken.

Barbara Inglin
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Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle ist im letzten Jahr leicht angestiegen. 233 Menschen kamen 2018 im Strassenverkehr ums Leben, 3 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Schwerverletzten stieg um 6 Prozent auf 3873, wie neue Zahlen des Bundesamtes für Strassen (Astra) zeigen. Besonders gross war der ­Anstieg der schweren Unfälle bei den E-Bike-Fahrern, wo mit 12 Todesopfern und 309 Schwerverletzten ein trauriger Höchststand erreicht worden ist.

Detaillierte Zahlen, die unserer Zeitung vorliegen, zeigen zudem: Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind gross. Und: Es lässt sich für einmal weder ein Stadt-Land-Graben noch ein ­Röstigraben ausmachen. An der Spitze steht der Kanton Schaffhausen mit 8,11 schweren Unfällen pro 10 000 Einwohner, gefolgt von Nidwalden (7,68) und Genf (6,91). Am wenigsten Unfälle mit Schwerverletzten oder Getöteten gab es in der Nordwestschweiz. Nur 2,33 pro 10 000 Einwohner waren es in Basel-Land, 3,17 im Kanton Freiburg und 3,32 in Neuenburg. Schaffhausen begründet die hohe Zahl unter anderem mit der Zunahme der Selbstunfälle. Basel-Land wieder­um mutmasst, vielleicht hätten Massnahmen wie Geschwindigkeitskontrollen und allgemeine Verkehrskontrollen präventiv gewirkt.

Zusätzlich nach Ursachen aufgeschlüsselt

Das Astra hat die kantonalen Zahlen nach den Unfallursachen «Geschwindigkeit» und «Alkoholeinfluss» aufgeschlüsselt. Besonders schnell und gefährlich unterwegs waren im 2018 die Fahrer in den Kantonen Jura (1,64 schwere Unfälle mit Hauptursache Geschwindigkeit pro 10 000 Einwohner), Schaffhausen (1,6) und Obwalden (1,33). Kaum zu Raser- oder Schnellfahrunfällen kam es hingegen in den Stadtkantonen Basel-Stadt (0,10 schwere Unfälle pro 10 000 Einwohner) und Genf (0,16). Auch die Tessiner drückten selten mit Unfallfolge zu stark aufs Gaspedal (0,20).

Bei den Unfällen mit Hauptursache Alkohol stehen die Westschweizer Kantone Genf (0,81 schwere Unfälle pro 10 000 Einwohner) und Wallis (0,67) an der Spitze. Auch in den Ostschweizer Kantonen Appenzell Innerrhoden (0,62) und Schaffhausen (0,49) verursachten betrunkene Autofahrer überdurchschnittlich viele schwere Unfälle. Keinen einzigen schweren Unfall in dieser Kategorie verzeichneten hingegen die Kantone Uri und Appenzell Ausserrhoden. Auch in Luzern (0,15) und Basel-Land (0,21) sind die Zahlen tief.