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Grossvieheinheiten

Bürokratisch

Ein wesentlicher Teil des Tageswerks der Beamtenschaft besteht in der akkuraten Vermessung des verwalteten Landes und seiner Bürger. Die Aufgabe klingt unspektakulär, bisweilen stellen sich aber knifflige Fragen. Eine davon ist die sogenannte Äpfel-Birnen-Problematik. Der Volksmund glaubt zwar zu wissen, dass man Verschiedenes, also Äpfel und Birnen beispielsweise, nicht miteinander vergleichen könne. Wie immer aber unterschätzt der Volksmund die Genialität der staatlich bestallten Erbsenzähler. Der Trick besteht darin, dass man eine statistische Vergleichseinheit einführt. Für allerhand essbare Viecher ist diese die Grossvieheinheit (GVE), die einer Milchkuh entspricht.

Statistik ist allerdings eine hochpolitische Wissenschaft. Das zeigt ein Vergleich der deutschen mit der schweizerischen GVE-Tabelle. Bei den Schweizern ist die Kuh mit 1 GVE das höchste der Gefühle. Die Deutschen aber stellen trächtige Pferde mit 1,1 GVE über die Kuh. Ein Pferd soll mehr sein als eine Milchkuh? Jeder aufrechte Eidgenosse begreift sofort, dass das Unsinn ist. Nichts kann schliesslich grösser, schöner und wichtiger sein als die Milchkuh. So ist es selbstredend auch Schabernack, wenn die kuhfeindlichen Statistiker zu Berlin ein Lamm mit überrissenen 0,05 GVE veranschlagen – wir Schweizer wissen, dass der Wert bloss 0,03 GVE beträgt.

In Summe: Der ausländische Bürokrat scheut offenbar nicht einmal davor zurück, unser Nationaltier madig zu rechnen. Gut, dass wir dieser EU nicht beigetreten sind. (pho)

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