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GÜTERTRANSPORT: Schrottlastwagen sollen aus den Alpen verschwinden

Verkehrspolitiker aus dem Ständerat wollen nur noch Lastwagen mit modernen Sicherheitssystemen durch die Tunnels in den Bergen lassen. Der Alpen-Initiative geht das zu wenig weit.
Lastwagen fahren auf der Autobahn A2 bei Wassen in Richtung Gotthard-Tunnel. (Bild: Gaetan Bally / Keystone (Wassen, 26. Juni 2012))

Lastwagen fahren auf der Autobahn A2 bei Wassen in Richtung Gotthard-Tunnel. (Bild: Gaetan Bally / Keystone (Wassen, 26. Juni 2012))

Fast eine Million Lastwagenfahrten verzeichneten die vier Schweizer Alpenübergänge im Jahr 2016. Immer wieder kommt es zu Unfällen, an denen der Schwerverkehr beteiligt ist. Die Verkehrskommission des Ständerats hat sich nun dafür ausgesprochen, die Regeln für Lastwagen, die Tunnels oder Pässe in den Schweizer Alpen nutzen wollen, zu verschärfen. Sie hat eine Standesinitiative des Kantons Tessin deutlich angenommen.

Die Tessiner nehmen mit ihrem Anliegen primär ausländische Fuhrhalter ins Visier, auf die rund sieben von zehn alpenquerenden Fahrten entfallen. Es sollen Lösungen geprüft werden, die «nicht zu Lasten» der Schweizer Spediteure gehen, heisst es im Initiativtext. Dieser verlangt, dass künftig lediglich Lastwagen durch und über Gotthard, San Bernardino, Simplon und den Grossen St. Bernhard fahren dürfen, die über gewisse Sicherheitssysteme verfügen. Seit 2015 werden europaweit nur noch Lastwagen zugelassen, in die moderne technische Hilfsprogramme eingebaut sind, ein Notbremse- oder ein Spurwechselassistent etwa. Fahrzeuge, die nicht über diese Systeme verfügen, sollen bald keine Tunnels und Pässe in den Schweizer Alpen mehr befahren dürfen. Die neuen Regeln sollen so rasch wie möglich, aber spätestens bei der Inbetriebnahme des neuen Schwerverkehrskontrollzentrums in Giornico im Tessin gelten. Diese plant der Bund derzeit für das Jahr 2022 oder 2023. In den Augen von Ständerat Isidor Baumann (CVP/UR) erhalten die Fuhrhalter damit eine zumutbare Übergangsfrist, zumal ihre Fahrzeugflotten in der Regel alle fünf bis sieben Jahre erneuert würden. Betroffen wären laut Baumann «vor allem ausländische Unternehmer, die mit günstigen, alten Modellen in den Markt einsteigen wollen».

Nutzfahrzeugverband reagiert zurückhaltend

Beim Verkehrs-Club Schweiz und der Alpen-Initiative kommen die Pläne gut an. «Wir begrüssen jede Massnahme, die den alpenquerenden Güterverkehr sicherer macht», sagt Manuel Herrmann, Leiter Alpenschutzpolitik bei der Alpen-Initiative. Allerdings sieht Herrmann noch weiteren Handlungsbedarf. Insbesondere stört er sich daran, dass derzeit nur sechs von zehn für den Schwerverkehr geplanten Kontrollzen­tren in Betrieb sind. «Es gibt hier grossen Nachholbedarf. Der Bund hat den Aufbau des Kon­trollzentrennetzes seit 2003 konsequent verschleppt», sagt er. Bei der Alpen-Initiative verspricht man sich gerade vom Zentrum in Giornico einiges. Heute ist am Gotthard nur auf der Nordseite, in der Urner Gemeinde Erstfeld, eine Kontrollstelle in Betrieb.

«Jedes dritte Fahrzeug wird dort beanstandet, das gibt einen Hinweis darauf, wie viel ein solches Zentrum auf der Südseite des Gotthards bringen wird», sagt Herrmann.

Der schweizerische Nutzfahrzeugverband Astag reagiert derweil zurückhaltend auf die geplanten Änderungen. Für die Sicherheit sei vor allem der Fahrer verantwortlich, schreibt er. Zudem verlangt er, dass die Massnahme in einem «vernünftigen Zeitraum» umgesetzt wird.

Dominic Wirth

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