GÜTERVERKEHR: Bundesrat will Verlagerungsziel überprüfen

Der Bundesrat ist bereit, Möglichkeiten der Neuausrichtung der Verlagerungspolitik zu prüfen. Dies schreibt er in der Antwort auf ein Postulat, welches den Ersatz des bestehenden Verlagerungsziels fordert. Die Alpen-Initiative sieht die Verlagerung des Gütervekehrs auf die Schiene in Gefahr.

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Beim Schwerverkehrszentrum in Erstfeld stehen die Lastwagen bis zur Weiterfahrt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ (Archiv))

Beim Schwerverkehrszentrum in Erstfeld stehen die Lastwagen bis zur Weiterfahrt. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ (Archiv))

Den im Gesetz verankerten Rückgang des Güterverkehrs über die Alpenstrassen ist bisher nicht erreicht worden. Laut Gesetz sollten bis zwei Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels 2018 nur nch 650'000 Lastwagen durch die Schweizer Alpen fahren. Als Zwischenziel sollten 2011 höchstens noch 1 Million Fahrten stattfinden. Zur Zeit fahren aber nach wie vor rund 1.1 Millionen Lastwagen über die Alpen. Deswegen forderte die FDP-Fraktion den Bundesrat im eingereichten Postulat auf, das Ziel zu überprüfen und durch ein «realisierbares» zu ersetzen. Der Bundesrat antwortet, dass er die Möglichkeiten alternativer Zielvorgaben prüfen und darüber Bericht erstatten will.

Tiefere Ziele untergraben NEAT

Die Alpen-Initiative schliesst aus der Antwort des Bundesrates, dass er sich von der «umwelt- und ressourcenschondenden Verkehrspolitik, die im Güterverkehr auf die Schiene sezt» abkehren will. Dies entspreche nicht der mehrfach vom Volk verlangten Verlagerungspolitik und hätte zudem Auswirkungen auf die NEAT, teilt die Alpen-Initiative am Donnerstag mit. «Mit der Aufweichung des Verlagerungsziels würde der Bundesrat ohne Not die Wirtschaftlichkeit der NEAT untergraben», sagt Fabio Pedrina, Präsident der Alpen-Initiative.

pd/spe