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Gutes Handwerk ist Gold wert

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag», zu den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi.
Dominik Buholzer, Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»,
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Wir haben allen Grund, stolz auf unsere jungen Berufsleute zu sein. An den Weltmeisterschaften in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) holte der Schweizer Nachwuchs insgesamt elf Goldmedaillen, dazu noch sechs Mal Silber und drei Mal Bronze; in die Zentralschweiz gehen davon sechs Medaillen, davon zwei goldene. Nur gerade die Chinesen heimsten noch mehr Goldmedaillen ein. «Beste Visitenkarte für CH», twitterte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Das äusserst gute Abschneiden spricht in der Tat für die Schweiz und insbesondere für unser duales Bildungssystem. Aufgrund dessen können Schweizer Berufsleute früh Praxiserfahrungen sammeln, was ihnen international wiederum einen Vorteil verschafft. Dies dürfte mit ein Grund sein, weshalb das Lehrstellenangebot in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. Ende August diesen Jahres waren es laut Angaben des Bundes 18 000 Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr. Insgesamt gibt es aktuell in der Schweiz 97 000 Lehrstellen. Davon konnten 90 000 besetzt werden.

Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsfaktor der Schweiz. Es ist jedoch keine helvetische Eigenheit. Andere Länder wie beispielsweise Deutschland kennen das gleiche System, andere Staaten wiederum lehnen sich stark an ihm an. Den Unterschied macht die Maturitätsquote aus. Diese ist zwar bei uns in den vergangenen 15 Jahren von 12 auf 20 Prozent angestiegen, im internationalen Vergleich befindet sie sich aber immer noch auf einem bescheidenen Niveau. In Deutschland gehen beispielsweise fast doppelt so viele Junge aufs Gymnasium.

Die vermeintliche Akademisierung der Berufswelt hat in der Schweiz also nicht stattgefunden. Und wir tun gut daran, dies weiterhin so beizubehalten. Dies sollten insbesondere auch jene Eltern sich vor Augen führen, deren Kind vor der Wahl steht, ob es ins Gymnasium soll. Wer sich für einen nichtakademischen Weg entscheidet, verbaut sich nichts. Eine Berufslehre ist für unzählige Junge Gold wert. Dies steht nicht erst seit den Erfolgen der Schweizer Berufsleute in Abu Dhabi fest. Es ist aber ein guter Grund, sich über die Schweizer Erfolge zu freuen.

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»,

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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