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Hearing

Bürokratisch

Wer schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, einer Session der eidgenössischen Räte beizuwohnen, der weiss: So eine Plenarversammlung des gewählten Volkskörpers ist für den nämlichen eine ziemliche Strapaze. Nicht nur die unzähligen Schlachten an kalten Buffets und die dargebotenen Mittag- und Abendessen zehren an der Physis und Psyche. Vor allem ist es der Lärm.

Im Parlament, zumindest in der grossen Kammer, redet nicht nur der Redner am Pult, sondern im Grunde jeder der verbleibenden 199 Nichtredner wahlweise an ihren Pültchen, am Telefon oder in der Wandelhalle. So eine Session ist mithin ein ständiges Geschwafel, eine mehrwöchige Epidemie kollektiver, akuter Redeschwallitis.

Klar, das Parlament heisst so, weil man dort spricht. Aber hört auch jemand zu? Vorgesehen ­ ist dergleichen offenbar nicht. Jedenfalls sind die Momente so selten, dass es dafür im allgemeinen Politsprech zu Bern noch nicht einmal ein deutsches Wort gibt. Man musste zum Englischen Zuflucht nehmen: «Hearing». Gilt es einen Bundesrat zu wählen, so lernen wir, ist sogar der ­gemeine Parlamentarier in der Lage, einem anderen Menschen zuzuhören. Es sollten öfter Bundesräte gewählt werden. (pho)

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