HERGISWIL/BERN: 3 Plus und Mediapulse haben sich geeinigt

Das Medienforschungsunternehmen Mediapulse und der Privatsender 3 Plus haben sich im Streit um die Veröffentlichung der TV-Nutzungsdaten geeinigt. Somit steht der Freigabe der Daten aus dem neuen Messsystem nichts mehr im Weg.

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Für Diskussionen sorgte vorwiegend die Messung der TV-Einschaltquoten. (Bild: Keystone)

Für Diskussionen sorgte vorwiegend die Messung der TV-Einschaltquoten. (Bild: Keystone)

Die Streitigkeiten um die mit dem neuen Messsystem erhobenden Daten verhinderten bisher eine freie Publikation der Fernsehdaten. Die Konfliktparteien haben sich nun aber im Rahmen einer Vereinbarung geeinigt, wie 3 Plus und Mediapulse in einer gemeinsamen Medienmitteilung am Mittwoch informieren. Ab dem 2. August 2013 darf Mediapulse die Fernsehnutzungsdaten von 3 Plus veröffentlichen.

Massnahmen vereinbart

3 Plus und Mediapulse hätten in intensiven Gesprächen eine gemeinsame Lösung gefunden. In einer Vereinbarung habe man sich auf konkrete Massnahmen geeinigt. Diese haben zum Ziel, das Vertrauen in die neuen Daten wieder herzustellen und die Zuverlässigkeit der Messdaten laufend zu optimieren. Die laufenden Gerichtsverfahren am Obergericht in Nidwalden und am Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen werden eingestellt.

Als Gegenleistung muss Mediapulse jedoch die Erhebungsmethode bei allen Sendern abändern: Ab dem 1. August wird auf die Erfassung jener Zuschauer verzichtet, die ausschliesslich über den Computer fernsehen. Damit wird auf einen bedeutenden Teil der neuen Methode verzichtet. Sie hatte eigentlich zum Ziel, die veränderten Zuschauergewohnheiten abzubilden. Die Online-Nutzung wird nur noch dann erfasst, wenn die Zuschauer gleichzeitig auch ein normales TV-Gerät besitzen.

Weiterhin erfasst wird jedoch die zeitversetzte Nutzung über den Fernseher. Wie sich diese Änderung auf die Daten auswirkt, ist gemäss Mediapulse-Sprecher Nico Gurtner schwierig vorauszusagen. "Die Auswirkungen sind aber für alle Sender gleich", sagte er auf Anfrage der sda.

Kennzahlen für Werbemarkt

Am 1. Januar 2013 führte die Mediapulse ein neu aufgebautes Messsystem ein. Das neue Messsystem produziert im Ergebnis andere Einschaltquoten und Marktanteile als das vorherige System, was zu Streitigkeiten führte. Die Nutzungsdaten dienen vor allem der Fernsehwerbebranche als Arbeitsgrundlage. Die Fernsehwerbebranche setzt in der Schweiz jährlich rund 700 Millionen Franken um.

pd/sda/spe