Hier gibt es die spannendsten Duelle

Bei den nationalen Wahlen richten sich alle Blicke auf die Auseinandersetzungen in Florida, Indiana, Missouri, Arizona und Nevada. In mehreren Staaten dürften zudem die Gouverneurswahlen spannend werden. Denn Gouverneure spielen gerade im Rennen um das Weisse Haus eine zentrale Rolle.

Renzo Ruf, Washington
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Senatorin Claire McCaskill mit dem ehemaligen Vizepräsident der demokratischen Partei, Joe Biden. (Bild: Jeff Roberson/AP Photo, Bridgeton, 31. Oktober 2018)

Senatorin Claire McCaskill mit dem ehemaligen Vizepräsident der demokratischen Partei, Joe Biden. (Bild: Jeff Roberson/AP Photo, Bridgeton, 31. Oktober 2018)

Die nationale Wahl, die am kommenden Dienstag in den USA stattfindet, stösst auf grosses Interesse. Hier die wichtigsten Auseinandersetzungen. Im Senat in Washington (51 Republikaner und 49 Demokraten) stehen 35 Mandate zur Wahl – wobei Mitglieder der demokratischen Fraktion 26 Sitze verteidigen müssen. Alle Blicke richten sich auf die Auseinandersetzungen in Florida, Indiana, Missouri, Arizona und Nevada. In Arizona und Nevada versuchen zwei Demokraten, einen bisher von einem republikanischen Politiker gehaltenen Sitz zu erobern. In Florida, Indiana und Missouri treten die Bisherigen der Demokraten wieder an.

Besonders schwer hat es dabei Claire McCaskill, die 2006 erstmals in die kleine Parlamentskammer gewählt wurde. Ihr Gegner ist Josh Hawley, der junge Justizminister. Präsident Trump gewann vor zwei Jahren fast 57 Prozent der Stimmen im einstigen «Swing State» Missouri. Hawley tritt in der Schlussphase des Wahlkampfes deshalb gleich zweimal mit Trump auf. Ein anderer Wahlkampf, der auf Interesse stösst: Das Duell zwischen Senator Ted Cruz und Herausforderer Beto O’Rourke in Texas. Obwohl es Beto, wie ihn alle nennen, gelungen ist, in einem konservativen Staat grosse Euphorie für einen linken Demokraten zu wecken, rechnen Analysten weiterhin mit einem Sieg des Amtsinhabers.

In den Agglomerationen gibt es die meisten Wechselwähler

In der Entscheidung um die Mehrheit im Repräsentantenhaus (235 Republikaner, 193 Demokraten und 7 Vakanzen) richtet sich der Fokus auf die Agglomerationen der Grossstädte in Staaten wie Pennsylvania, New Jersey, Minnesota, Florida und Kalifornien. Wahlstrategen gehen davon aus, dass ehemalige Stammwähler der Republikaner sich in Scharen von der Präsidentenpartei abwenden werden, weil sie mit der Politik von Präsident Trump nicht einverstanden sind.

So kämpft der Amtsinhaber Tom MacArthur im 3. Wahlbezirk von New Jersey um sein politisches Überleben; Prognostiker gehen davon aus, dass sein demokratischer Gegner Andy Kim einen hauchdünnen Vorsprung aufweist. Ein weiteres enges Rennen liefern sich Amtsinhaberin Mimi Walter und Herausforderin Katie Porter im 45. Bezirk in Kalifornien. Analysten sind aber auch gespannt darauf, ob es Demokraten in ländlichen Bezirken im Landesinnern gelingt, wieder Fuss zu fassen. Alle Augen sind deshalb auf den 6. Wahlbezirk in Kentucky gerichtet, wo sich Amtsinhaber Andy Barr mit Herausforderin Amy McGrath buchstäblich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Und schliesslich werden Amerikas Wählerinnen und Wähler auch in 36 der 50 Bundesstaaten einen neuen Gouverneur bestimmen. (Derzeit stellen die Republikaner 26 dieser Regierungschefs; 9 sind Demokraten und ein Gouverneur ist parteilos.) Diese Auseinandersetzungen stehen zwar im Schatten der nationalen Parlamentswahl – Gouverneure gelten aber häufig als Trendsetter und spielen gerade im Rennen um das Weisse Haus eine zentrale Rolle.

Die beiden spannendsten Auseinandersetzungen spielen sich in den Südstaaten Georgia und Florida ab. In Georgia kämpft die Demokratin Stacey Abrams gegen den Republikaner Brian Kemp; in Florida duellieren sich der Demokrat Andrew Gillum und der Republikaner Ron DeSantis. Sowohl Abrams als auch Gillum würden mit einem Sieg Geschichte schreiben – noch nie gewann ein Afroamerikaner in ihrem jeweiligen Bundesstaat das Rennen um den Gouverneursposten. Wichtig ist auch die Auseinandersetzung um den Gouverneursposten in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Staat der USA. Der Demokrat Gavin Newsom, bisher stellvertretender Regierungschef, gilt als klarer Favorit.