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Hotel-Buchungsplattformen: Eingriff in die Vertragsfreiheit

Roger Braun über die Absicht der Bundespolitiker, die Preisvorgaben von Hotel-Buchungsplattformen zu verbieten.
Roger Braun
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Die Sympathien sind schnell verteilt. Hier die einheimische Hotellerie, die durch schwierige Zeiten geht; da der milliardenschwere Webgigant Booking.com. Dass sich der Nationalrat gestern auf die Seite der hiesigen Hotels geschlagen hat und Buchungsplattformen wie Booking.com einschränken möchte, hat seine Logik. Falsch ist es trotzdem.

Um was geht es? Arbeitet ein Hotelier heute mit Booking.com zusammen, darf er sein Zimmer auf seiner Website nicht günstiger anbieten als bei Booking.com. Dieser Zwang scheint auf den ersten Blick befremdlich, ergibt aber Sinn. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die Kunden die Dienstleistung bei Booking.com nutzen, das Zimmer aber auf der Website des Hotels buchen. Die Marketing- und IT-Kosten von Booking.com würden sich so nicht rechnen. Die Parlamentsmehrheit sieht in dieser Klausel allerdings einen «Knebelvertrag», den sie verbieten will. Diese Wortwahl irritiert. Ein Vertrag basiert auf dem Interesse zweier Seiten. Kein Hotel ist gezwungen, mit Booking.com zusammenzuarbeiten. Auch lässt der «Knebelvertrag» den Hoteliers die Möglichkeit, bei Direktbuchungen über Telefon, E-Mail oder an der Réception einen Rabatt zu gewähren.

Wenn überhaupt, ist nicht der angebliche «Knebelvertrag» für die hohen Gebühren verantwortlich, sondern der mangelnde Wettbewerb zwischen den Plattformen. Die Wettbewerbskommission und der Preisüberwacher sind denn auch daran, die Preispolitik der Unternehmen zu analysieren und gegebenenfalls einzugreifen. Das ist die richtige Reaktion und nicht die Schaffung eines neuen Gesetzes, das in die Vertragsfreiheit eingreift und die digitale Wirtschaft behindert.

Roger Braun

roger.braun@luzernerzeitung.ch

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