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HYMNE: CVP kämpft für das Morgenrot

Der Widerstand gegen eine neue Landeshymne wächst. Nun verlangt auch die CVP-Spitze sämtlicher Zentralschweizer Kantone einen Übungsabbruch.
Kari Kälin
Neue Nationalhymne: CVP verlangt Übungsabbruch. (Archivbild Neue LZ)

Neue Nationalhymne: CVP verlangt Übungsabbruch. (Archivbild Neue LZ)

Die Entscheidung fällt am 12. September des nächsten Jahres. An diesem Samstag soll die Schweizer Bevölkerung während der Sendung «Potzmusig» des Schweizer Radio und Fernsehens per SMS eine neue Landeshymne küren. Den Wettbewerb lanciert hat die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG). Sie hält den aktuellen Schweizerpsalm («Trittst im Morgenrot daher») für sprachlich sperrig und nicht mehr zeitgemäss. Sobald der Siegerbeitrag die nötige Popularität hat, wird die SGG den Bundesrat und das Parlament bitten, ihn zur neuen Landeshymne zu erklären.

Gegen die drohende Abschaffung der jetzigen Hymne machte die CVP Luzern bereits im letzten Sommer mobil. Nun haben sich die fünf anderen Zentralschweizer CVP-Kantonalparteien offiziell dem Protest angeschlossen. Vereint wollen sie die Pläne der SGG mit einer Resolution vereiteln, wie sie gestern mitteilten. Eine Hymne sei nicht den aktuellen Modeerscheinungen verpflichtet, sondern dem bleibenden Fundament einer Gesellschaft. Die CVP-Kantonalparteien fordern deshalb den Bundesrat dazu auf, sämtliche Aktivitäten rund um eine neue Landeshymne zu stoppen.

Sukkurs von Parlamentariern

Unterstützung erhalten sie dabei auch von den christdemokratischen National- und Ständeräten aus der Zentralschweiz, wie eine Umfrage unserer Zeitung zeigt. «Die Schweiz hat über wichtigere Fragen zu befinden als über die Hymne», sagt zum Beispiel der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber – und denkt dabei etwa an das Verhältnis zur EU, die Energiestrategie oder die Altersvorsorge. Und der Luzerner Nationalrat Ruedi Lustenberger erteilte solchen Ideen bereits in seiner letzten 1.-August-Rede eine Absage.

Gesetzlicher Schutz

Mit dem Protest gegen die neue Hymne stehen die CVP-Politiker nicht allein. Der Nidwaldner SVP-Nationalrat Peter Keller bekämpft die Bemühungen der SGG mittels Vorstössen und verlangt, der Bundesrat müsse in jedem Fall einen referendumsfähigen Beschluss vorlegen. Nationalrätin Yvette Estermann (SVP, Luzern) verlangt in einer Motion sogar, der Bundesrat solle den bestehenden Schweizerpsalm als Staatssymbol einstufen und gesetzlich schützen. 53 Nationalräte, darunter auch Vertreter von CVP und FDP, haben die Motion mitunterzeichnet.

SGG plädiert für mehr Gelassenheit

Der Schwyzer Nationalrat Andy Tschümperlin hingegen verteidigt den Hymnenwettbewerb. «Es wäre schade, das Projekt jetzt abzuwürgen», sagt der SP-Fraktionschef. Er würde einen neuen Text begrüssen. Lukas Niederberger, der Geschäftsleiter der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, plädiert derweil für mehr Gelassenheit. Man solle jetzt erst einmal das Siegerprojekt abwarten. «Und dann können immer noch der Bundesrat und das Parlament entscheiden, ob sie eine neue Landeshymne möchten oder nicht», so Niederberger. Auch gegen eine allfällige Volksabstimmung hätte er nichts einzuwenden.

Bei der SGG sind insgesamt 208 Wettbewerbsbeiträge eingegangen. Davon hat eine Fachjury sieben auserkoren, die nun in alle Landessprachen übersetzt werden. Ab April nächsten Jahres kann die Öffentlichkeit zunächst die besten drei und später den Siegerbeitrag in einer Internetabstimmung bestimmen. Oder eben während des Finals per SMS.

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