Schreibweise

«ic» statt «ić»: Bundesrat stört sich an Einschweizerung von Namen

Bei der Einbürgerung müssen viele die Schreibweise ihres Namens ändern, weil das Informatiksystem manche Sonderzeichen nicht kennt. Der Bundesrat erachtet das als «unbefriedigend». Eine rasche Änderung stellt er aber nicht in Aussicht.

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Bei der Einbürgerung gibt es Probleme bei Namen mit gewissen Sonderzeichen. (Symbolbild)

Bei der Einbürgerung gibt es Probleme bei Namen mit gewissen Sonderzeichen. (Symbolbild)

Keystone

Über das Problem hatte «Das Magazin» im September berichtet. Verwestlicht werden demnach vor allem die Namen von Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien, deren Name mit «ić» in der Schweiz in «ic» ohne Akut, also ohne Strich auf dem «c» geändert wird. Betroffen sind aber auch Schweizerinnen und Schweizer mit Namen aus Tschechien, Polen, Rumänien, Ungarn, Lettland, Litauen und der Türkei.

SP-Nationalrat Cédric Wermuth (AG) spricht von einem stossenden Umstand, der an ein assimilatorisches Verständnis von Integration erinnere. Beim Bundesrat hat er sich nun erkundigt, wie er die «behördlich dekretierte Einschweizerung» von Namen beurteile und ob er sich vorstellen könne, bei der anstehenden Erneuerung des Personenstandregisters Infostar Sonderzeichen wie den kroatischen Akut aufzunehmen.

Der Bundesrat schreibt in seiner am Montag veröffentlichten Antwort, zwar könnten im bestehenden System Infostar innerhalb einiger Monate weitere Sonderzeichen eingeführt werden. Das wäre aber nicht zielführend, weil Infostar mit einer Vielzahl anderer Register verbunden sei, namentlich mit dem Informationssystem Ausweisschriften, der AHV sowie mit kommunalen Einwohnerregistern.

Würde bloss Infostar erweitert, hätte das umgehend Informatikpannen zur Folge und würde den automatisierten Datenaustausch gefährden, schreibt der Bundesrat. Eine Erweiterung der bestehenden Standardzeichen müsse koordiniert und in Absprache mit den involvierten Behörden sowohl auf Bundes- als auch auf Kantons- und Gemeindeebene erfolgen.

Für Anfang nächsten Jahres ist laut dem Bundesrat ein Austausch zwischen den Registerämtern zu dieser Thematik geplant. Der Bundesrat betont, er sei darum bemüht, die Arbeiten voranzutreiben, damit Personenstandsregister möglichst rasch auch Namen mit Sonderzeichen wie dem kroatischen Akut korrekt abbilden könnten.