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ICE stoppt kurz vor Brückenpfeiler

Weshalb der Zug bei Basel rund 800 Meter auf zwei Gleisen unterwegs war, ist noch nicht bekannt. Im besten Fall kann die Strecke am Dienstag wieder befahren werden.
Chloe Oberholzer und Philipp Felber
Auf Abwegen: Ein entgleister Wagen des Intercity-Zuges (ICE) in Basel. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (Basel, 18. Februar 2019))

Auf Abwegen: Ein entgleister Wagen des Intercity-Zuges (ICE) in Basel. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone (Basel, 18. Februar 2019))

Schon wieder entgleist auf einer Zugstrecke vor Basel ein Zug. Und schon wieder ist es ein ICE der Deutschen Bahn. Die Gründe dafür, dass der Inter-City-Express am Sonntagabend auf der Strecke Badischer Bahnhof–Bahnhof SBB derart neben der Spur war, sind laut den Schweizerischen Bundesbahnen noch nicht bekannt.

Dass der Vorfall in einem Zusammenhang steht mit den «Problemweichen», die unlängst schon in Basel, Luzern und Bern Züge auf die falsche Bahn gebracht hatten, können die SBB aber ausschliessen. «Es handelt sich nicht einmal um denselben Weichentyp», weiss SBB-Sprecher Daniele Pallecchi.

Anschlüsse nicht gewährleistet

Fest steht jedoch: Der ICE ist ein Wiederholungstäter, der dem Begriff Doppelspurigkeit eine völlig neue Definition verleiht. Nachdem er am Sonntag um 20.50 Uhr die Weiche etwa 800 Meter vor der Brücke der Gellertstrasse passiert hat, entschliesst er sich kurzerhand, das Gleis zu wechseln.

Dabei hat er wohl eher aus dem Bauch heraus entschieden, denn seinen Kopf lässt er auf der ursprünglichen Bahn. Der erste Personenwagen hängt als einziges Verbindungsstück der beiden Zugteile schräg zwischen den Spuren und sammelt allmählich einen Schotterberg an. So fährt der ICE eine Weile zweigleisig. Knapp 15 Meter vor dem Brückenpfeiler besinnt er sich und verwirft seine Idee und stoppt.

Auch zur Beschädigung der Gleisanlagen können die SBB noch keine detaillierten Angaben machen. «Es gab Schäden an der Sicherheits- und an der Gleisanlage, die Fahrleitung blieb unbehelligt», sagte Einsatzleiter Martin Spichale vor Ort. Und: «Wir können von Glück sprechen, dass der Zug kurz vor dem Mittelpfeiler der Unterführung zum Stehen gekommen ist.» Verletzte habe es keine gegeben. Nach dem Stillstand mussten alle Passagiere evakuiert werden. Die Evakuierung sei für die Fahrgäste zu keinem Zeitpunkt gefährlich gewesen, so Spichale. Unklar sei, bis wann die Verbindungsstrecke zwischen den beiden Bahnhöfen gesperrt bleiben wird.

Der Zug wurde mittels eines Schienenkrans zurück aufs Gleis gehoben. «Im besten Fall kann die Strecke am Dienstag wieder befahren werden.» Er könne nicht ausschliessen, dass die gesamte Strecke sogar erst am Mittwoch wieder geöffnet werden könne, sagt SBB-Mediensprecher Raffael Hirt. Die SBB bieten derzeit eine Shuttlezug-Alternative in beide Richtungen an. Bei dieser müssen Fahrgäste jedoch mit einer um etwa 15 Minuten verlängerten Reisezeit rechnen. Die Anschlüsse im Badischen Bahnhof sind nicht gewährleistet. Der Güterzugverkehr ist vom Unfall nicht betroffen, denn dieser führt über eine parallel verlaufende, separate Gleisanlage.

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