Ignazio Cassis in der Pole Position

Fabian Fellmann, Leiter Bundeshausredaktion Regionalmedien, zum Dreier-Ticket der FDP.

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Fabian Fellmann

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Drei Kandidaten schickt die FDP in die Bundesratswahl vom 20. September. Die Fraktionsmitglieder haben die Entscheidung am Freitag richtiggehend zelebriert. Nach Anhörungen mit den drei Anwärtern diskutierten die FDP-Bundespolitiker mehr als eine Stunde lang über die richtige Kandidatenzahl.

Herausgekommen ist eine Kompromisslösung, die alle das Gesicht wahren lässt. Auf der Dreierliste haben alle offiziellen Kandidaten Platz. Der Tessiner Ignazio Cassis war ohnehin gesetzt. Die Waadtländerin Isabelle Moret hatte im Schaulaufen vor der Nomination schlecht abgeschnitten, doch ohne Frau ins Rennen zu steigen, hätte dem Ansehen der FDP schaden können. Und der Genfer Pierre Maudet hat es nach seiner engagierten und professionellen Kampagne verdient, sich nun allen anderen Parteien präsentieren zu dürfen.

Die FDP profitiert davon, dass sie damit weiterhin viel Aufmerksamkeit geniesst. Und dem Favoriten Cassis dürfte es keine ernsthaften Schwierigkeiten bereiten. Allenfalls könnte Moret ihm Stimmen abluchsen bei Männern, die jetzt eine Frau wählen möchten, um damit ihre eigenen Chancen für das nächste Mal zu verbessern.

Das derzeit wahrscheinlichste Szenario aber ist, dass Cassis’ Herausforderer nicht ihm, sondern einander die Stimmen streitig machen werden. Seine Wahl wäre eine gute Nachricht für die Ostschweiz. Denn damit stiege die Wahrscheinlichkeit, dass bei der nächsten FDP-Vakanz die St. Gallerin Karin Keller-Sutter zum Zug kommt. Und spätestens bei Doris Leuthards Rücktritt kann auch die Zentralschweiz erneut ihren Anspruch anmelden.

Fabian Fellmann

fabian.fellmann@luzernerzeitung.ch