Ignazio Cassis verärgert ausländische Minister und die SBB mit Problemen – das schreibt die Sonntagspresse

Bundespräsidentin Sommaruga will Energiewende ohne Verbote, Grüne drohen mit Angriff auf Amherd, Menschenrechtler laufen Sturm gegen UBS und bereits 413'000 Schwarzfahrer im Register erfasst: Die wichtigsten Meldungen der Sonntagszeitungen im grossen Überblick.

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Aussenminister Cassis brüskiert ausländische Minister

Seine Abwesenheit am Genfer Flüchtlingsforum kommt nicht gut an. (Bild: Keystone)

Seine Abwesenheit am Genfer Flüchtlingsforum kommt nicht gut an. (Bild: Keystone)

Wenn übermorgen Dienstag das erste Globale Flüchtlingsforum in Genf beginnt, fehlt der oberste Gastgeber am Mittagstisch. Aussenminister Ignazio Cassis will das Forum am Morgen zwar noch eröffnen, den anschliessenden Lunch aber schwänzen. Diplomaten schütteln darüber den Kopf. «Bizarr» sei das, wie der «SonntagsBlick» schreibt.

Bei der Erstausgabe des Globalen Flüchtlingsforums werden auch Staats- und Regierungschefs sowie viele Minister teilnehmen. Fest zugesagt haben etwa der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan oder der deutsche Aussenminister Heiko Maas. Ihre Teilnahme abgesagt hat inzwischen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Forum ist eine direkte Folge des Uno-Flüchtlingspakts. Sein Ziel: Staaten sollten mehr zusammenarbeiten, um Lösungen für Menschen zu suchen, die vor Krieg und politischer Verfolgung fliehen.

Warum Gastgeber Cassis das Mittagessen schwänzt, ist nicht klar. Die offizielle Erklärung des EDA: Cassis fehle «aufgrund verschiedener Verpflichtungen im Rahmen der laufenden Session des Parlaments». Stattdessen soll nun Mario Gattiker, Chef des Staatssekretariats für Migration, die Schweiz repräsentieren, wenn die Welt zu Gast in Genf ist.

Sommaruga will Energiewende ohne Verbote

Simonetta Sommaruga. (Bild: Keystone)

Simonetta Sommaruga. (Bild: Keystone)

SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat gegenüber dem "SonntagsBlick" den Schleier über ihren Fokus im Präsidialjahr gelüftet. Es gehe um die Energiewende. "Angesichts der weltweiten Klimasituation und mit Blick auf die letzten Wahlen ist klar: Die Energie- und Klimapolitik hat Priorität. Wir brauchen mehr sauberen Strom aus der Schweiz", sagte sie im Interview.

"Wir geben jedes Jahr Milliarden von Franken aus, um im Ausland teures Öl und Gas einzukaufen. Wenn wir stattdessen einheimischen sauberen Strom produzieren, hat das gleich zwei Vorteile: Wir sind weniger abhängig vom Ausland und wir schaffen Aufträge und Arbeitsplätze in der Schweiz." Mit Solarenergie könne die Schweiz mehr als doppelt so viel Energie produzieren wie die vier Atomkraftwerke zusammen, erklärte sie.

Besonderes Potenzial sieht Sommaruga zudem in der Landwirtschaft. "Die Bauern werden immer häufiger zu Stromproduzenten", sagte sie. Mit ihren Scheunendächern hätten sie die Flächen, um grosse Mengen Strom zu produzieren. Sonnenenergie sei eben auch ein Naturprodukt. Bei E-Autos sieht Sommaruga ebenfalls gute Entwicklungen und meint, dass die Autohersteller bei der Elektromobilität aufholten. Im Alltag werde die Energiewende aber kaum zu gravierenden Änderungen führen, sagte die Politikerin. "Wenn wir weniger Energie verschwenden, ändert sich unser Alltag kaum."

Grüne drohen mit Angriff auf Amherd

Der Angriff der Grünen auf den Sitz von FDP-Bundesrat Ignazio Cassis scheiterte am Mittwoch klar. Für die Erneuerungswahlen in vier Jahren haben die Grünen einen neuen Gegner ausgemacht: Die CVP, die kleinste der vier Bundesratsparteien und jene Fraktion, die Rytz vor der Wahl gar nicht erst zu einem Hearing eingeladen hatte.

«An die Adresse von Parteipräsident Gerhard Pfister sage ich: Leistet die CVP keinen Beitrag aus der bürgerlichen Mitte zu einer griffigeren Klimapolitik, gibt es für uns keinen Grund mehr, den Sitz von Viola Amherd nicht anzugreifen», sagt der Fraktionschef der Grünen, Balthasar Glättli gegenüber «SonntagsBlick» «Arithmetisch wäre ein Angriff bereits in diesem Jahr zu rechtfertigen gewesen», fährt Glättli fort. Tatsächlich haben die Grünen seit Herbst einen höheren Wähleranteil als die Mitte-Partei. «Stattdessen halfen wir mit, dass Frau Amherd ein Glanzresultat feiern konnte.»

Nun müsse die CVP diesen Support rechtfertigen. «Geschieht dies nicht, muss sie mit einer grünen Gegenkandidatur rechnen», erklärt der Zürcher Nationalrat im «SonntatsBlick». «Wir werden genau hinschauen, wer grüne Anliegen unterstützt und wer nicht», so Glättlis Ansage.

Die erste Probe aufs Exempel planen die Grünen im März, wenn der Nationalrat das CO2-Gesetz berät. Dann müsse die CVP «Farbe bekennen», denn selbst mit einem verbesserten Gesetz verpasse die Schweiz das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Pfister und seine Partei sollen helfen, weitergehende Massnahmen zu beschliessen.

Angriff auf die Reserven der Nationalbank – eine Allianz aus SVP und SP will 2 Milliarden Franken jährlich in die AHV transferieren

Von der Schweizer Nationalbank SNB sollen laut der "SonntagsZeitung" Gelder in Höhe von zwei Milliarden Franken zur AHV transferiert werden. Dazu gebe es mittlerweile sogar Geheimverhandlungen in einer Allianz aus SVP und SP.

Seit der Einführung der Negativzinsen sitzt die Nationalbank auf immer höheren Eigenmitteln. Aktuell sind es gemäss «SonntagsZeitung» 174 Milliarden Franken. Dass diese so hoch sind, liegt an den im Kampf gegen den hohen Frankenkurs angehäuften Devisenreserven.

Seit geraumer Zeit wachsen die Begehrlichkeiten, einen Teil des Geldes in die AHV zu transferieren. Entsprechende Vorschläge gab es schon aus Kreisen der SVP und der Gewerkschaften. Lange Zeit waren sie chancenlos, weil sich das Parlament davor scheute, die Unabhängigkeit der Nationalbank anzutasten. Das soll sich nun ändern. Hinter den Kulissen wird in Geheimverhandlungen über eine unheilige Allianz diskutiert, die bereits weit gediehen ist. Ziel ist es, jährlich rund 2 Milliarden Franken aus den Nationalbankreserven in die AHV zu transferieren. Dies soll möglichst ohne Änderung der Verfassung geschehen.

Begründung für den Transfer ist, dass die 2 Milliarden etwa das Geld sind, das die Nationalbank über die Erhebung der Negativzinsen verdient und dies ungefähr dem entspricht, was der Altersvorsorge jährlich fehlt. Denn zwar ist die AHV von den Negativzinsen befreit, aber die Pensionskassen zählen zu den Hauptbetroffenen. Involviert sind Politiker von SP und SVP, Gewerkschafter und auch Serge Gaillard von der Eidgenössischen Finanzverwaltung. SVP-Nationalrat Alfred Heer bestätigt, dass es solche Gespräche gibt.

Ein Blick in das Bankenbarometer, der offiziellen Publikation der Schweizerischen Bankiervereinigung, zeige, dass die Banken mit den Negativzinsen entgegen den offiziellen Bekundungen kräftig Geld verdienten. Die Einnahmen aus dem Kreditgeschäft lagen in den Boomjahren bis 2007 meist bei rund 20 Milliarden Franken - vergangenes Jahr erzielten die Banken rund 23,5 Milliarden Franken. Das sind 3,5 Milliarden Franken mehr als in Boomzeiten ohne Negativzinsen.

Abfahrer Marc Gisin: «Du überlegst dir, ob es ein Fingerzeig Gottes ist»

Die Gedanken an seinen Unfall blockieren ihn: Abfahrer Marc Gisin. (Bild: Keystone)

Die Gedanken an seinen Unfall blockieren ihn: Abfahrer Marc Gisin. (Bild: Keystone)

Vor einem Jahr stürzte der Abfahrer Marc Gisin so schwer, dass die Ärzte auf der Piste um sein Leben kämpften. «Ich wusste alles nur vom Hörensagen», sagt Gisin im Interview mit der «NZZ am Sonntag», «an die Woche danach habe ich keine Erinnerungen.»

Er habe die Ärztin, die ihm noch auf der Piste das Leben gerettet hat, persönlich getroffen, um das Unglück besser verstehen zu können. Wenn er heute auf die Rennstrecke geht, dann bremse ihn sein Unterbewusstsein. «Ich habe nicht das Vertrauen, um die Kontrolle abzugeben, nicht an den Ski, nicht an den Schnee. Im Sport ist das entscheidend.»

Schwarzfahrer-Register: Bereits 413'000 Personen erfasst

Wer kein gültiges Billett hat, landet seit April in der nationalen Schwarzfahrer-Datenbank. (Bild: Keystone)

Wer kein gültiges Billett hat, landet seit April in der nationalen Schwarzfahrer-Datenbank. (Bild: Keystone)

Kontrolleure kennen mit Schwarzfahren kein Pardon. Jeder Passagier ohne gültiges Billett wird mit 100 Franken gebüsst und landet im Schwarzfahrerregister. Nicht einmal Kinder sind vor solchen Konsequenzen sicher: Neueste Zahlen, die SonntagsBlick exklusiv vorliegen, zeigen: Aktuell sind 412963 Personen als Schwarzfahrer registriert, 22208 davon Kinder unter 16 Jahren.

Laut Tarifverband Alliance Swisspass ist das der Stand von Mitte Dezember – da waren seit Einführung des Registers im April noch keine neun Monate vergangen! Kritik an dieser hohen Zahl registrierter Personen kommt nun vom Preisüberwacher. Die nun erfassten Schwarzfahrer seien eindeutig viel zu viele. Gegenüber SonntagsBlick sagt Meierhans: «Ein Grossteil der registrierten Personen dürften sogenannte Graufahrer sein: Passagiere, die zwar ein Ticket haben – aber das falsche.» Ein wesentlicher Grund für die hohe Zahl registrierter Schwarzfahrer sei demnach das komplizierte Tarifsystem.

««Inzwischen hat sich auch die Politik eingeschaltet: Der Walliser Nationalrat Mathias Reynard (32, SP) fordert in einem Postulat einen Bericht vom Bundesrat, in dem die Tarifgestaltung und die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs überprüft und Verbesserungsmöglichkeiten ausgelotet werden. Der Bundesrat empfahl den Vorstoss zur Annahme und verlangt nun einen Bericht, der den Ausweg aus dem Tarifdschungel aufzeigen soll.«««

Rekord an Baustellen: SBB fahren 2020 am Limit

Nächstes Jahr kämpft die SBB mit besonders vielen Baustellen. (Bild: Keystone)

Nächstes Jahr kämpft die SBB mit besonders vielen Baustellen. (Bild: Keystone)

Der designierte Bahnchef Vincent Ducrot übernimmt im wahrsten Sinne des Wortes eine Baustelle. Nicht nur, dass die SBB seit geraumer Zeit mit vielen Störungen und Verspätungen kämpfen. Die Korrektur dieser Pannen wird umso schwieriger, als die Bahnen vor einer Baukumulation von nicht gesehenem Ausmass stehen: Die SBB betreiben nächstes Jahr auf ihrem Netz so viele Baustellen wie nie zuvor, auch die investierte Bausumme erreicht neue Rekordwerte. Das schreibt die «NZZ am Sonntag».

Und dies wiederum führt dazu, dass die Reisenden ab dem Fahrplanwechsel von heute Sonntag mit laufend «mehr Auswirkungen auf den Bahnverkehr rechnen» müssen. So sind für 2020 bereits jetzt 400 «Ersatzkonzepte» eingeplant, bei denen die Passagiere wegen Streckensperrungen oder anderen Umständen auf den gewohnten Service verzichten müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass es den Bahnen offenbar auch hier an Fachleuten fehlt. Bisher war dieser Personalmangel vor allem bei den Lokführern ein Thema, von denen aufgrund früherer Versäumnisse heute zu wenige angestellt sind.

Nun hat die Konzernleitung nach vertiefter Analyse festgestellt, dass für die nächsten 12 Monate auch Ingenieure und Handwerker fehlen, ebenso wie Kundenbegleiter und Personaldisponenten. Diese Unterbestände sind für den Betrieb nicht so gravierend wie jene der Lokführer, die bisweilen sogar zu Zugausfällen führen. Aber auch sie haben Folgen. So müssen die SBB teilweise die Kundenpräsenz reduzieren. Und sie können weniger Billettkontrollen durchführen, als sie möchten.

Menschenrechtler laufen Sturm: UBS investiert in Uiguren-Unterdrücker

Die chinesische Regierung begeht eines der schwerwiegendsten Menschenrechtsverbrechen unserer Zeit. In der Provinz Xinjiang hat Peking einen gigantischen Repressionsapparat gegen die Uiguren aufgebaut, Hunderttausende Angehörige der muslimischen Minderheit sind in sogenannten «Umerziehungslagern» inhaftiert. Mit modernster Technologie werden die Uiguren systematisch überwacht.

Möglich macht dies unter anderem der chinesische Technologiekonzern Hikvision, dessen Kameras sowohl in den Lagern als auch an öffentlichen Orten zum Einsatz kommen. Hikvision ist mehrheitlich in Staatsbesitz – aber nicht nur: Unter den Aktionären befindet sich auch die UBS. Über Jahre hinweg gehörte die Schweizer Bank zu den Top-Investoren von Hikvision. 2016 wurde die Bank als sechstgrösste Aktionärin geführt, im März 2019 noch immer als neuntgrösste. Dies obwohl zu dieser Zeit bereits publik war, dass Hikvision massgeblich in den Überwachungsapparat gegen die Uiguren involviert ist.

Mittlerweile hat die UBS ihre Anteile an der Überwachungsfirma deutlich reduziert. In welchem Umfang sie aktuell noch Aktien an Hikvision hält, will die Bank nicht sagen. Die UBS äussere sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen. NGOs und Exil-Uiguren finden die Beteiligung hochproblematisch. In einem Brief an die UBS, der dem SonntagsBlick vorliegt, kritisieren die Gesellschaft für bedrohte Völker und der Uigurische Weltkongress das Investment. Sie fordern die UBS auf, ihre Geschäftsbeziehung mit Hikvision abzubrechen.

Und sie schreiben: «Es stellt sich die Frage, ob die UBS bezüglich ihrer Beteiligung an Hikvision ihrer Sorgfaltspflicht gemäss den UNO Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte vollumfänglich nachgekommen ist.» Dasselbe gelte für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, zu denen sich die UBS bekenne. Beides sind internationale Empfehlungen, die wirtschaftliche Akteure zur Einhaltung der Menschenrechte auffordern.

Burkaverbot entzweit Muslime

Weden Burkas in der Schweiz demnächst verboten? (Bild: Keystone)

Weden Burkas in der Schweiz demnächst verboten? (Bild: Keystone)

Nach der Minarett-Initiative kommt mit dem Burkaverbot demnächst eine zweite Vorlage vors Volk, die den Islam zum Thema hat. «SonntagsBlick» wollte von den Muslimen in der Schweiz wissen, wie sie selbst die Initiative sehen. Es zeigte sich: In Sachen Burka gehen auch bei ihnen die Meinungen auseinander.

So findet die türkischstämmige Zerrin Desole (56): «Meiner Meinung nach haben eine Burka oder ein Nikab nichts mit dem Islam zu tun und gehören nicht in die Schweiz. Es hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun, wenn die Frau das Gesicht verschleiern muss und nicht mehr sichtbar ist. Ich komme selber ursprünglich aus der Türkei, aber diese Auslegung des Islams ist mir sehr fremd! Für mich sind das Sekten und haben bei uns in der Schweiz nichts zu suchen. Wenn man tatsächlich der Meinung ist, dass Frauen in der Öffentlichkeit nur voll verschleiert herumlaufen dürfen, soll man bitte dahin ziehen, wo diese Tradition gelebt wird. Bei uns sollte dies nicht Fuss fassen. Ich werde das Verhüllungsverbot annehmen.»

Der Imam und Seelsorger Muris Begovic dagegen lehnt die Burka-Initiative ab: «Bei uns in der bosnischen Moschee trägt keine einzige Frau die Burka. Dennoch wird man durch die Initiative als Muslim automatisch in die Ecke gedrängt – und hat das Gefühl, sich für etwas rechtfertigen zu müssen, was man selber gar nicht macht. Gewisse Menschen wollen nicht akzeptieren, dass wir Muslime Teil der Schweizer Gesellschaft sind. Deshalb wäre ein Ja zum Burkaverbot eine Ohrfeige für die Muslime in der Schweiz. Die Aussage ist: Wir wollen euch hier nicht.»

Trumps Armee will alte Schweizer Kampfflugzeuge kaufen

F5-Tiger-Kampfjets. (Bild: Keystone)

F5-Tiger-Kampfjets. (Bild: Keystone)

US-Präsident Donald Trumps Armee will laut der "SonntagsZeitung" die alten Tiger-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe kaufen. Die US-Navy wolle dem Bund 22 Maschinen abkaufen, die mittlerweile nicht mehr im Einsatz seien. Das Geschäft stehe kurz vor dem Abschluss. Im "President's Budget" von Trump für das Jahr 2020 seien bei der Navy knapp 40 Millionen Dollar für den Deal reserviert. Die Auslieferung der F-5 Tiger solle ab Januar 2021 erfolgen. Die Schweizer Seite bestätigte der Zeitung die Pläne.

Laut Armasuisse hätten Verkaufsgespräche in diesem Sommer stattgefunden. Der Vertrag sei zwar noch nicht unterzeichnet. Sobald das US-Verteidigungsbudget von Kongress und Senat aber bewilligt sei, könne der Vertrag abgeschlossen werden, hiess es. Nebst den 22 Jets soll die Navy auch Ersatzteile und Bodenmaterial erhalten. Die F-5 Tiger sind mittlerweile 35-jährig oder noch älter. Die amerikanischen Seestreitkräfte wollten die Jets aus der Schweiz offenbar erneuern und danach in Übungskämpfen als gegnerische Maschinen einsetzen.

Bund will Links- und Rechtsextreme überwachen

(Bild: CHM)

(Bild: CHM)

Das Nachrichtendienstgesetz der Schweiz soll bereits zwei Jahre nach seinem Inkrafttreten laut der "NZZ am Sonntag" wieder revidiert werden. Eine interdepartementale Arbeitsgruppe des Bundes habe ihre Arbeit abgeschlossen, bestätigte eine Sprecherin des Nachrichtendienstes der Zeitung. Der Geheimdienst soll künftig auch gewalttätige Linksextremisten, Rechtsextremisten und Tierschützer mit genehmigungspflichtigen Beschaffungsmassnahmen überwachen können.

Zu diesen zählen unter anderem die Verwanzung privater Wohnungen, die Computer-, Telefon- und Postüberwachung sowie die Ortung verdächtiger Personen. Der Plan, dem Nachrichtendienst mehr Macht zu verleihen, sei aber brisant, denn beim Erlass des Gesetzes hatte der Bundesrat noch ausdrücklich darauf verzichtet, dem Geheimdienst die Überwachung Links- und Rechtsextremer zu erlauben, schreibt die Zeitung weiter.

Erbschafts-Boom treibt Immobilienpreise in die Höhe

Im nächsten Jahr erreicht die Summe der vererbten oder geschenkten Vermögen rekordhohe 95 Milliarden Franken. Laut einer Studie der Universität Lausanne hat sich das Volumen in 15 Jahren verdoppelt.

Dieser Boom trägt zum starken Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt bei, denn der Geldsegen muss angelegt werden oder wird an die nächste Generation weitergegeben. «Wir stellen fest, dass die Elterngeneration immer öfter bei der Finanzierung mithilft», sagt die Leiterin Immobilienanalyse der Zürcher Kantonalbank, Ursina Kubli. Jeder dritte Besitzerwechsel von Stockwerkeigentum in der Stadt Zürich erfolge innerhalb der Familie. Bei Einfamilienhäusern ist es über die Hälfte.

«Damit aber wird die Preisspirale weiter angeheizt», sagt Kubli, «denn je mehr Objekte direkt an die Nachkommen vererbt werden, desto knapper ist das freie Angebot auf dem Markt.» Die ZKB hat errechnet, dass eigentlich nur 10 Prozent der Mieterhaushalte ein passendes Eigenheim vermögen. Für eine 4-Zimmer-Wohnung im Kanton Zürich zahlt man inzwischen bis zu 1 Million Franken. Um ein solches Objekt zu finanzieren, braucht es laut ZKB einen Jahreslohn von 180 000 Franken – oder eine Schenkung oder Erbschaft von Verwandten.

Die Amigos bringen der Migros Probleme

Private kaufen für Private ein, das war die Idee des Migros-Lieferdienstes «Amigos». (Bild: Keystone)

Private kaufen für Private ein, das war die Idee des Migros-Lieferdienstes «Amigos». (Bild: Keystone)

Die Migros hat dem Lieferdienst Amigos, bei dem Private für Private einkaufen gingen, am Mittwoch den Stecker gezogen. Doch das umstrittene Angebot wird die Migros weiter beschäftigen. Von einem Arbeitsverhältnis mit den Lieferanten will die Migros nichts wissen.

Dem widerspricht nun aber die hauseigene Ausgleichskasse des Grossverteilers. Der Kurierdienst für Amigos werde als unselbstständige Tätigkeit eingestuft, sagt Marita Ebneter, Geschäftsleiterin der Ausgleichskasse der Migros-Betriebe zur SonntagsZeitung. Die Migros muss nun über ihre Ausgleichskasse, die nur für ihre Angestellten zuständig ist, die Lohnbeiträge aller Bringer abrechnen, wenn die das verlangen.

Laut Philipp Zimmermann von der Gewerkschaft Unia bricht die Argumentation der Migros, die Lieferanten seien nicht ihre Angestellten, mit diesem Entscheid endgültig zusammen. Die Migros müsse den Lieferanten im Nachhinein anständige Löhne bezahlen und sie für ihre Auslagen wie genutzte Fahrzeuge entschädigen, sagt Zimmermann. Da es sich bei den Amigos um Angestellte der Migros handle, bedeute das Ende des Dienstes zudem eine Massenentlassung. Ähnlich sieht das offenbar das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit.

In einem Brief an die Unia, der der SonntagsZeitung vorliegt, schreibt die Behörde, sie habe die Migros auf die Meldepflicht bezüglich Massenentlassungen gemäss Obligationenrecht aufmerksam gemacht. Bei der Migros weiss man allerdings nichts von einer solchen Information.

Signifikante Unterschiede bei Lawinenwarnungen in den Alpenländern

Bei Lawinenwarnungen gibt es laut der "SonntagsZeitung" signifikante Unterschiede. Die Zeitung beruft sich auf eine Studie des Schweizer Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF. So herrschte an diesem Wochenende im Raum Matterhorn auf der Schweizer Seite eine erhebliche Lawinengefahr (Warnstufe 3), während sich die Skitourenfahrer nur wenige Meter weiter auf der italienischen Seite mit einer hohen Lawinengefahr (Warnstufe 4) konfrontiert sahen.

Eine Analyse der Gefahreneinschätzungen des SLF und seinem französischen Pendant von 2008 bis 2018 mache zudem deutlich: Die Französischen Warndienst gaben häufiger die Warnstufen 3 und 4 aus als das SLF. Um diesen Missstand zu beheben, riefen acht internationale Skitouren- und Bergportale die "Initiative für eine alpenweit einheitliche Lawinenprognose" ins Leben, hiess es.

«Potz Holzöpfel und Zipfelchappe!» – Schweizerdeutsche Spracherkennung funktioniert

Die Spracherkennung auf Schweizerdeutsch findet laut der "NZZ am Sonntag" immer mehr Verbreitung. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Studie zur Nutzung der Sprachassistenten von Google und Swisscom auf Schweizerdeutsch. Demnach ist die Zahl der Nutzer vom Jahr 2018 innerhalb eines Jahres von 37 auf 51 Prozent gestiegen. Reto Hofstetter, Professor für Marketing an der Universität Luzern und Initiator der Studie, geht zudem davon aus, dass sich solche Angebote auf Schweizerdeutsch weiter etablieren werden.

Schwere Schlappe für den Schweizer Naturschutz

Der Zustand der artenreichsten Lebensräume der Schweiz wird von Jahr zu Jahr schlimmer, das schreibt die «NZZ am Sonntag». Das geht aus zwei Berichten hervor, die das Bundesamt für Umwelt (Bafu) kürzlich publiziert hat. Grund für die drastische Verschlechterung sind auch die ­Versäumnisse der kantonalen ­Behörden, die Jahrzehnte hinter ihrem Zeitplan für den Naturschutz zurückliegen. Nur ein Fünftel der bedrohten Lebensräume ist ausreichend geschützt, obwohl das Ziel für Ende 2020 bei rund neunzig Prozent liegt.