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Im Streit ums Bundesratslexikon legt Moritz Leuenberger nach

Der alt Bundesrat sieht sich im Nachschlagewerk fehlerhaft porträtiert - jetzt liefert er sich mit dem Autor des Textes einen Schlagabtausch quer über den Atlantik.
Henry Habegger
Gar nicht zufrieden: Moritz Leuenberger. (Bild: Claudio Thoma)

Gar nicht zufrieden: Moritz Leuenberger. (Bild: Claudio Thoma)

Das Porträt über alt Bundesrat Moritz Leuenberger (72) im neu aufgelegten Bundesratslexikon enthält eine Reihe von Fehlern. Zu seiner Familiengeschichte, zu seinem politischen Wirken. «Kreuzfalsch», ärgerte sich Leuenberger gegenüber dieser Zeitung.

Der Autor des umstrittenen Beitrags im Bundesratslexikon, der ehemalige Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» Felix E. Müller, relativierte gegenüber dem «Tages-Anzeiger» mittlerweile den Vorfall.

Müller ist schwer erreichbar, er begleitet derzeit eine «NZZ»-Leserreise auf der «Queen Mary 2» über den Atlantik. «Vom Nordatlantik aus betrachtet, sieht die Welt anders aus», sagte Müller der Zeitung, die ihn kurz an den Draht bekam. Er wolle zuerst eine sorgfältige Analyse vornehmen, vorher könne er sich zur Sache nicht äussern, so der Journalist weiter.

Kontrahenten giessen Öl ins Feuer

Diese Bemerkungen sind allerdings nicht dazu angetan, die Gemüter zu beruhigen. Im Gegenteil. Dass jetzt eine sorgfältige Analyse nötig sei, entlockt dem ehemaligen Verkehrsminister nur Spott: «Eine gründliche Abklärung der Faktenlage vor der Publikation hätte mir besser gefallen als eine danach», gibt Leuenberger zurück. «Wenn Herr Müller vom Nordatlantik die Welt nun anders sieht, wäre er besser schon früher dorthin gegangen – er hätte auch bleiben dürfen», sagt Moritz Leuenberger. «Dann wäre mir der ganze Mais erspart geblieben.»

Bisher gab es noch keine persönlichen Kontakte und schon gar nicht eine Aussprache zwischen den Protagonisten. Er sei bisher weder vom Autor des Beitrags noch vom Herausgeber des Buches, Professor Urs Altermatt, kontaktiert worden, stellte der ehemalige SP-Bundesrat fest. Dies sei allerdings vor der Publikation «üblich und anständig». Die Lage um das Bundesratslexikon hat sich also noch nicht wirklich beruhigt und scheint in einen Rechtsstreit auszumünden.

Altpapier keine Lösung - Rechtsstreit droht

Es gebe Leute, die rieten ihm, das Bundesratslexikon zum Altpapier zu geben und die Sache zu vergessen, sagt Leuenberger, der mittlerweile im Zürcher Bernhard Theater als Kabarettist und Moderator tätig ist. Das helfe leider nichts, denn damit würden ja die Fehler im Nachschlagewerk nicht aus der Welt geschafft. Und auf das Lexikon würden sich Generationen von Historikern und Journalisten berufen.

So bleibt offen, wie es weitergeht in der Auseinandersetzung. Im Extremfall könnte Moritz Leuenberger fordern, dass das Buch eingestampft wird. Das raten ihm befreundete Anwälte. Eine Entschuldigung und eine Berichtigung in Form eines Einlageblatts aber ist das Minimum, was der Politiker und Rechtsanwalt erwartet.

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