Impeachment-Knaller in Davos: Trumps Telefon-Partner Selenskyj reist ans WEF

Es war Donald Trumps Telefonat mit Ukraines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, welches das Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten auslöste. Jetzt hat die CH-Media-Redaktion erfahren: Selenskyj kommt ans WEF. Das ist auch wegen des Flugzeugabsturzes im Iran pikant.

Patrik Müller
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Kommen beide ans WEF: Die Präsidenten Selenskyj (.) und Trump. Seit dem Start des Impeachments haben sie sich nicht mehr getroffen.

Kommen beide ans WEF: Die Präsidenten Selenskyj (.) und Trump. Seit dem Start des Impeachments haben sie sich nicht mehr getroffen.

Foto: PD/EPA

Das Weltwirtschaftsforum in Davos ist traditionell mit globaler Prominenz besetzt, doch diesmal - bei seiner 50. Ausgabe - ist die Teilnehmerliste nicht nur hochkarätig, sondern auch brandaktuell. Mitten in der Nahost-Krise haben die Hauptakteure USA (mit Präsident Donald Trump), Iran (mit Aussenminister Javad Zarif) und Irak (mit Präsident Barham Salih) ihren Besuch zugesagt, wie diese Zeitung als erste bereits Anfang Woche meldete.

Nun wird die Liste noch länger. Gemäss Informationen von CH Media reist übernächste Woche auch der Präsident der Ukraine nach Davos. Wolodymyr Selenskyjs Besuch ist in doppelter Hinsicht brisant:

  • Wegen des Flugzeugabsturzes: Am Mittwoch starben mehr als 170 Menschen, als eine Boeing 737-800 bei Teheran abstürzte. Es handelte sich um eine ukrainische Maschine auf dem Weg von Teheran nach Kiew. Präsident Selenskyj liess staatsanwaltliche Ermittlungen zur Absturzursache einleiten. Die USA und Kanada vermuten, dass der Iran den Flieger versehentlich mit einer Rakete abgeschossen hat. Dies im Zusammenhang mit den Racheakten des Irans gegen die USA, nachdem diese den iranischen General Soleimani getötet hatten. Selenskyj könnte darüber in Davos direkt mit iranischen Vertretern sprechen. Heute Nachmittag meldete die «New York Times», dass die USA der Ukraine «wichtige Informationen» zum Crash übergeben haben
  • Wegen des Impeachments: Dass gegen Donald Trump ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, liegt an einem Telefonat, das Trump mit Selenskyj geführt hatte. In dem Gespräch soll der US-Präsident am 25. Juli 2019 seinen ukrainischen Amtskollegen dazu gedrängt zu haben, gegen den demokratischen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter wegen Korruptionsvorwürfen eine Untersuchung zu starten - um sich so Vorteile bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 zu verschaffen. In Davos könnte Trump erstmals seit dem Impeachment auf Selenskyj treffen.

In den US-Medien dominieren zurzeit diese zwei Themen die Schlagzeilen. Weil Selenskyj in beiden eine Schlüsselrolle zukommt, rechnet man beim World Economic Forum übernächste Woche mit einer medialen Aufmerksamkeit wie noch nie. Allerdings gilt bei den WEF-Profis die Teilnahme von Trump noch als unsicher. Zwar hat gestern das Weisse Haus seinen Davos-Besuch offiziell bestätigt, doch Trump ist bekannt dafür, seine Pläne schon mal kurzfristig zu ändern. Vor dem Hintergrund seiner innenpolitischen Probleme mit dem Impeachment ist nicht ausgeschlossen, dass der US-Präsident, der vor zwei Jahren das WEF mit seinem Besuch aufmischte, am Ende doch zuhause bleibt.

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