Mohrenkopf-Debatte: In Ostschweizer Volg-Filiale gibt es Süssigkeiten mit «Migrationshintergund»

Ein neues Kapitel in der Mohrenkopf-Debatte: Eine Volg-Mitarbeiterin entschied sich für eine unkonventionelle Werbeaktion für Dubler-Mohrenköpfe.

Philipp Herrgen
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So wurden die «Mohrenköpfe» in der Volg-Filiale angepriesen.

So wurden die «Mohrenköpfe» in der Volg-Filiale angepriesen.

zvg

«Mit Schoggi überzogni Eiwiissmassä mit Migrationshintergrund»: So wurden offenbar Mohrenköpfe der Firma Dubler in einer Volg-Filiale angeboten. Recherchen dieser Zeitung haben ergeben, dass das besagte Werbeschild aus einer Volg-Filiale in der Ostschweiz stammt. Es sei von einer Filialmitarbeiterin in Eigeninitiave erstellt worden, wie Volg-Mediensprecherin Luana Covre auf Nachfrage bestätigt. Mittlerweile sei das Schild jedoch wieder entfernt.

«Vor dem Hintergrund der kontrovers geführten öffentlichen Diskussion über die korrekte Bezeichnung von Süssigkeiten, Ortsnamen und weiteren Namensgebungen wurde hier der Ton eindeutig verfehlt», so Covre. Volg bedauere diesen Vorfall und werde das Ladenpersonal entsprechend sensibilisieren.

Publik machte die Geschichte der Aargauer Thomas Häfliger per Twitter:

Häfliger schreibt: "Ist das eurer ernst, Volg?" Andere Twitteruser kritisieren in ihren Reaktionen die Schenkelklopfermentalität des Plakats angesichts der ernsten Debatte über Rassismus in der Schweiz und weltweit.

Eine andere Userin postet ein anderes Volg-Plakat. Dort werden die Süssspeisen so angepriesen: "Dubler Schoko Schaum".

Anfang Juni sorgten die Mohrenköpfe von Dubler bereits für hitzige Diskussionen. Der Migros-Genossenschaft Zürich entschied, die Süssigkeiten aus dem Sortiment zu nehmen. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der weltweit geführten Rassismus-Debatten rund um den Tod des US-Amerikaners George Floyd. Mohrenkopf-Produzent Robert Dubler verwies damals auf grössere Probleme und entschied den Namen nicht zu ändern.